Vorrede. 2 z
Verstandes der heil. Schrift unbewegliche Anhänger und stand-hafte Bekenner behalten/ ja sich selbst nicht nur ohne die gering-ste Unterstützung und Beihülfe menschlicher Kunst und Gewalt,die einiger Zweideutigkeit fähig gewesen/ sondern auch wider denIrtum und blinden Eifer/ die Schwermerey und Bosheit/ jaäusserste Gewaltthätigkeit unächter und vorgegebener Anhän-ger/ im Gewissen und der Uebung unzäliger ächten und ihr un-ter den ersinlichsten Beschwerden und Martern bis in den Todgetreuen Bekenner viele Jahrhunderte hindurch erhalten/ undauf diese Art von menschlichen Verfälschungen gereiniget, sichauch bis zur äusser« Freiheit öffentlicher Beobachtung und Aus-übung wieder hergestellet/ zu nicht geringem Vortheil der Wohl-fart gemeiner Wesen/ die eben dadurch eines unerträglichenJochs, und einer Menge gefärlicher Zerrüttungen durch uner-trägliche Eingriffe einer fremden und unbefugten Gerichtbarkeit,entlediget worden.
Ueberdis wird niemand leicht diese Geschichte mit einigerAufmerksamkeit lesen und erwegen/ ohne sowol auf der einenSeite die seltenen und unerwarteten Beispiele der Tugend/ Ge-duld/ Sanftmuth, Verleugnung, Gutthätigkeit, Unerschro-ckenheit und Standhaftigkeir einzeler Leute und zalreicher Gesell-schaften zu bewundern: als auch auf der andern Seite durch denAnblick des kläglichen Schicksals und traurigen Ausgangs unzä-liger Leute, die, wenn sie auch geirret, dennoch so unerhörteMartern und unmenschliche Grausamkeiten nicht verdient ha-ben, als ihnen zu Theil worden, nicht nur in wehmütiges Mit-leiden, sondern auch in erstaunungsvolle Bestürzung über einso unverschuldetes Verhängnis gesetzt zu werden. Woraus beynachdenkender Ueberlegung billig zweierlei) gefolgert werden mus.
Einmal läst sich in so verfinsterten, ungesitteten und laster-haften Zeiten, eine selbst in den aufgeklärtesten Jahrhundertenseltene Tugend und wahre Weisheit gemeiner Leute, die keinenandern Unterricht gehabt, als den sie aus der heil. Schrift
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