Druckschrift 
1 (1750)
Entstehung
Seite
22
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22 Vorrede.

fürung anderer Bestimmungsgrüude gottesdienstlicher Lehrenund Uebungen entstanden/ die der heil. Schrift an die Seite ge»setzt und endlich vorgezogen worden, bis sie derselben pflichtmäßi-gen Gebrauch gänzlich verdrenget: so hat dem gesamten darausentsprungenen Unheil nicht anders/ als durch Wiederherstellungdieses Gebrauchs und der gewissenhaften Beobachtung derselben/Einhalt geschehen und abgeholfen werden können. Wobey dieBekenner der in der heil. Schrift enthaltenen Warheiten nichtnur von solcher Beschaffenheit gewesen/ und sich in dergleichenUmständen befunden/ die sie allesVerdachts eigennützigerAbsichtenund gesuchter äussern Vortheile unfähig gemacht; sondern auchallen erschlichen Widerstand der Arglistigkeit sowol als überlege-nen Macht und grausamsten Feindseligkeit auszustehen gehabt,ohne durch die äussersten Bemühungen der wider sie aufge-brachten geistlichen und weltlichen Gewalt unterdrückt zu wer-den. Nachdem die.geoffenbarte Lehre der heil. Schrift/ bey derStiftung und ersten Ausbreitung der Christenheit/ viele Jahr-hunderte hindurch die stärksten Proben abgelegt und ausgehal-ten/ die zum äussern Beweise ihrer Götlichkeit nur immer erfor-dert werden können: so hat keine unverdächtigere und nachdrück-lichere Bestätigung derselben erfolgen können, als daß sie ohnewunderthätige Hinderung einer Verfälschung oder anderweiti-gen äussern Zwang/ der freien Untersuchung/Beobachtung/ An-wendung und Ausübung ihrer Bekenner überlassen worden, undbey aller aus eben diesem Grunde unvermeidlichen Verschieden-heit rvilkürlicher Meinungen und Uebungen, auch durch unzäligeMisdeutungen, ja endlich versuchte Beiseitsetzung ihrer eigent-lichen Vorschrift, wirklich erfolgten Verfälschung von den her-schenden Parteien der Christenheit, dennoch durch die blosse Ein-sicht der götlichenUntrieglichkeit und Verbindlichkeit des richtigen

Ver-