Vorrede. 19
Reizung zur ehrerbietigsten Bewunderung und zuversichtlichstenAnbetung der Herschaft GOttes mitten unter seinen Feinden,gewäret: als auch von den Uebungen/ Unterstützungen, Förde»rungen, Bewarungen und Betonungen des Glaubens, der ge-duld, Verleugnung, Hofnung und gesamten Gottftligkeit; wobeydas Aergernis des Kreutzes eben so unvermeidlich, als die heilsameund gesegnete Wirkung desselben unausbleiblich ist.
Wie gros und stark die Kraft der Warheit so wol als desJrtums, beides bey guten und bösen Gemütern, bey Freundenund Feinden von beiden sey; wie leicht Warheit und Jrtum miteinander nicht nur', «vermischet und vermenget, sondern auch garverwechselt werden, ob es gleich beiden nie an wissentlichen undvorschlichen Anhängern fielet, noch häufiger aber neue undun-erkante Jrtümer aus wirklicher Flucht nicht nur eingebildeter,sondern auch richtig erkanterZrtümer, und übertriebenem Wider-spruch gegen dieselben, entstehen ; wie unüberwindlich die War-heit sey, und vom Jrtum zwar bestritten, verdrenget und unter-drückt, doch nie besieget werden könne; nue unentberlich ein un-trüglicher Erkentnis- Bestimmung^ und Entscheidungs-Grundgottesdienstlicher Warheit und des entgegenstehenden Jrtumssey ; wie nichtig, gefärlich und schädlich aller Anspruch irgendeiniges menschlichen Ansehens auf diese Untrieglichkeit sey, bey al-ler anderweitigen nicht nur Einsicht und Geschicklichkeit oderVorzüglichkeit geselschaftlicher Würde, sondern auch tugend-hafter Frömmigkeit und wahrer Gottseligkeit beides eiuzelerMerpchm und ganzer Geselschaften; wie viel an dem pflicht-mäßigen Gebrauch der götlichen Gnadenmittel und der sorgfäl-tigen Forschung des wahren Verstandes der heil. Schrift liege,und wie unentberlich dazu die treueund regelmäßige Anwendungnatürlicher Hülfsmittel sey, Unwissenheit, Aberglauben und
dz begei-