Vorrede. iz
ohnerachtet ist der geflissentlichsten Bekantmachung und Äus-breitung der heiligen Schrift/ der Erleichterung ihres richtigenund genauen Verstandes/ dem alleinigen Gebrauch derselbenzur Bestimmung der Glaubenslehre und verbindlichen Vor-schrift des Gewissens; der sorgfältigen Zubereitung und hinläng-lichen Bestellung gottesdienstlicher Lehrer ; der Beförderung desalgemeinen Unterrichts und einer vernünftigen Andacht desGottesdienstes/und derVerhütung sowol des übertriebenenWider-spruchs alsauch allerEinzriffe in obrigkeitlicheVorrechtedurchEin-fürung einer richterlichen Kirchenzucht, oder Aufhebung zur Erhal-tung und Wohlfart gemeiner Wesen und gesitteten Lebensart dien-licher Ordnungen/ das meiste von diesen Vorzügen zuzuschreiben.
Wie nun göttliche Wohlthaten gemeiniglich erst nach erfar-nem Mangel derselben recht erkant/ gebärend geschähet und ge-hörig gebraucht werden; die Geringschätzung unerkanter Wohl-thaten Gottes aber entweder eben diesen Mangel derselben/ oderandere götliche Gerichte, nach sich ziehet: so ist es eine notwen-dige Pflicht gottesdienstlicher Geselschaften, welche der hohenWohlthat des freien Gebrauchs der heil. Schrift und der un-gehinderten Uebung des darin gegründeten Gottesdienstes ge-messen/ die lebhafte Erinnerung des vormaligen Mangels derselbenin frischem Andenken zu erhalten, und durch Beihülfe der Ge-schichtkunde aufs geflissentlichste zu erneuern. Wozu der An-blick solcher Schicksale vormaliger Zeiten/ die ohne innige Rü-rung des Gemüts nicht gelesen oder gehöret werden könne»/ bil-lig gebraucht werden mns. Es ist also zu hoffen und zu wün-schen, -aß diese weitere Bekantmachung der waldensergesckichtedergleichen Wirkung habe, bey aufmerksamen Lesern innigeEmpfindungen, feste Entschließungen und angelegentliche Be-schäftigungen der ehrerbietigsten Bewunderung und Anbetung,
dank