12 Vorrede.
nebst der Bequemlichkeit leichterer Ausbreitung erlangter Ein«sichten durch die Buchdruckerey und den Zulauf berümter ho-hen Schulen, theils der zeitige Beitrit und geleistete Schutzder Obrigkeiten und Landesherschaften, theils die Fähigkeitenund anderweitigen Verdienste sowol als Geschicklichkeiten der er-sten Beförderer diefer grossen Veränderung, in den erwünsch-ter» als erwarteten Fortgang derselben gehabt, welcher Hülfs-mittel gedachte ältere Kirchen gröstentheils ermangelt: indes-sen würde es eine unverantwortliche Uebereilung seyn, wennum deswillen die Hand GOttes in dieser Sache geleugnet,oder von dem Werth dieser gütlichen Wohlthaten geringschätziggeurtheilet, oder auch nur die Treue und Verdienste der vonGOtt dazu gebrauchten Werkzeuge wo nicht beftritten und inZweifel gezogen werden, doch wenigstens unerkant bleiben sol-len ; die gewis der dem äussern Anblick nach betrübten Schick-sale ihrer Vorgänger nicht unkundig gewesen, und menschlicherMutmaßung nach keine andere Aussicht der Folgen ihres ge-wissenhaften Verhaltens gehabt haben können, als die ihnenohne Vertrauen auf GOtt allen Muth benemen müssen. Al-le diese vortheilhafte Umstände sowol als das Verhältnis dergemeinen Wesen, deren Veränderungen GOTT zum Bestenseines Gnadenreichs regieret, sind Veranstaltungen der Vorse-hung GOttes: der selbst nicht nur die unmenschliche Grau-samkeit und den unerträglichen Misbrauch, welchen diese got-tesdienstliche Tyranney von dem ihr geleisteten blinden Gehor-sam gemacht, nebst der durch die lasterhaftesten Ausschwei-fungen ihr zugezogenen Verachtung; sondern auch die menschli-chen und eigennützigen Absichten mancher Obrigkeiten, sogarder heftigsten Vertheidiger des Papftums, zum Behuf solchesseines Vorhabens zu lenken und zu gebrauchen gewust. Dem
ohn-