Vorrede. z
sich manche Vertheidiger derselben bemühen, diese antichristi-sche Gestalt zu verbergen, und sich auf das gelindere Verfarender neuern Zeiten berufen; ohnerachtet dasselbe nicht aus eini-gen geänderten Grundsätzen hersiicssct, sondern der sogar inrönnschcathollschen Ländern durch die Reformation aufge-klärten und wiederhergestelten rechtmäßigen Gewalt der welt-lichen Obrigkeit zu verdanken ist. Die Geschichte der päpstli-chen Kirche eröfnet einen so fürchterlichen Schauplatz des Blut-vergießens und der grausamsten Verherung ganzer Lander,auch gewaltthätiger Hinrichtungen und sonst unerhörter Mar-tern unschuldiger Leute, daß die neuern Schriftsteller dieserPartey gern einen Vorhang darüber ziehen, oder doch dieSchuld davon auf die unterdrückten Gegner zu wetzen suchen.Ob sich nun gleich diese blutdürstige Grausamkeit weiter er-streckt, und auch gegen ungläubige oder unchristliche Völkerbey den unternommenen Kreuzzügen wlder dieselben, aufs un-christlichste gewütet hat: so sind doch die Schicksale der von die-ser Partey abgesonderten Kirchen der mitlern Zeiten die bejam-mernswürdigsten Auftritte dieses Trauerspiels; da Bekennerund Verehrer Christi, unter dem Schein des Namens und derEhre Christi, dem blinden Eifer, der Unwissenheit und der ei-gennützigen Gewinsucht einer vorgegebenen gottesdienstlichenHerschaft aufgeopfert und auf die Schlachtbank geliefert wor-den, zur unauslöschlichen Schande der Urheber solcher Un-menschlichkeit, die viel götliche Gerichte nach sich gezogen.Zwar leugnen wir im geringsten nicht, daß einige solcher Kir-chen sich zuweilen von dieser Seuche der gottesdienstlichen Ge-waltthätigkeit anstecken lassen, so den Sußiten insonderheit be-gegnet, und ihre übrige Unschuld nicht wenig vermindert, auchnicht ungerochen geblieben: indessen wird doch niemand bey
b g richti-