2 Vorrede.
geschickte ausmachen, und zur verständigen Kentnis derselbenunentberlich sind, kan niemand leicht unbekant seyn, oder zwei-felhaft vorkommen. Die besondere Brauchbarkeit und vorzüg-liche Erheblichkeit derselben aber, wird selbst unter den Prote-stanten nicht dergestalt erkant und beobachtet, wie billig gesche-hen solte. Daher es nicht undienlich seyn wird, die verschiede-nen Arten solches Nutzens in nähere Erwegnng zu ziehen, unddergestalt vorstellig zu machen, daß sowol die Verbindlichkeitzur algemeinern Ausbreitung und sorgfältigern Untersuchung ge-dachter Geschichte erkant, als auch der pfiichtmäßige Gebrauchund die Vortheilhafte Anwendung derselben befördert werde.
Es läst sich dieser besondere Nutzen aber am füglichsten infünf Hauptarten eintheilen, worunter wenigstens alles begrif-fen werden kan, was mit Recht hieher gehöret.
Einmal nützet die Kentnis dieser Geschichte sowol zur nö-tigen Einsicht der wahren Gestalt des Papsttums, als auch zurBeantwortung und Ablenung mancher Vorurtheile, Ausflüch-te und Beschuldigungen, deren sich die römische Kirche gegenuns bedienet. Welches demnach einen dreifachen Gebrauchausmacht.
r. Da die wahre Gestalt des Papstums in protestanti-schen Ländern wenig bekant ist, selbst an solchen Orten, wosich dieser Kirche zugethane Gemeinen befinden; ja vielen Glie-dern derselben verborgen bleibt, die keine Gelegenheit gehabt,den hersetzenden Gewissenszwang und Verfolgungsgeist, wo-durch stich dieselbe von allen andern gottesdienstlichen Parteiender Christenheit unterscheidet, in Augenschein zu nemen: so istan der Entdeckung dieser ««christlichen, ja unmenschlichen Grau-samkeit, und der unzäligen Blutschulden, welche diese Kircheauf sich geladen, um so viel mehr gelegen, je geflissentlicher
sich