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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
Entstehung
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Fürst! Gnaden die gräflichen Cauonissinnen bei dem Stift Gerresheimrnhig verbleiben und die Wahl einer Aebtissin ans ihnen verrichtenlassen". Sie scheinen demnach von der inzwischen vollzogenen Wahlder Gräfin von Manderscheid bei der Abfassung noch keine Kenntnisgehabt, oder dieselbe absichtlich ignorirt zu haben.

Die Angelegenheit kam aber immer noch nicht zur erwünschtenErledigung, denn Margaretha von Loc, als Aebtissin und Admini-stratrix nebst ihrerKellnerschen" Guda von Winkelhausen schaltetenund walteten im Stift Gerresheim in gewohnter Weise, aber gewißnicht, ohne daß ihnen von der Concurrentin Margaretha von Man-derscheid, welche ganz den Eindruck einer sehr energischen Damemacht, mancher Stein in den Weg geworfen worden ist. AuchKurfürst Ernst von Köln, als Ordinarius des Stifts, trat für dieManderscheid ein, welche er ja bereits confirmirt hatte, wie wir ansderen Brief an die Herzogin Jakobe ersahen. Den 14. März 1587erläßt er ein Schreiben an den Herzog Wilhelm, in welchem er fürdie neuerwähltc Aebtissin intercedirt und verlangt,daß der gräflicheStand bei dem Stift Gerresheim manutenirt werden möge, damiter, der Ehurfürst,nicht supra jnstitia bei Sr. Päpstlichen

Heiligkeit beklagt werden möge". Den 29. April 1587 erließ dieAebtissin zu Essen, Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim, eben-falls Verwandte der Margaretha, in gleichem Sinne ein Bittschrcibenan den Herzog, welchem unter dem 7. August eine Vorstellung derCapitularen des hohen Domes zu Köln und noch mehrere andereCapitel folgten. Ja sogar der Prinz Moritz von Oranicn legtesich ins Mitiel, auf Ansliften der Wetterauischen Correspondenz-Grasen.

Betrachten wir die Namen der Grafen, welche für die Rechteihres Standes an dem Stifte Gerresheim auftraten, so gehörendieselben zum Theil zu der protestantischen Partei, und ihre An-sprüche könnten leicht das Bedenken Hervorrufen, daß es sick umweitere Ziele gehandelt habe, als um bloßes Anfrechthalten derStandesvorrechte. Zu dieser Zeit waren ja die confessionellen Unter-schiede gewissermaßen noch in einem Gährnngsprocesse begriffen, unddie Scheidungölinie war noch nicht so scharf gezogen, da die beider-seitigen Interessen noch vielfach in einander Überflossen im praktischenLeben. Ausfallen muß es aber jedenfalls, daß auch der Kurfürstund Erzbischof von Köln sich auf die Seite der Grafen stellte undgegen die Anordnungen des Landesherrn im Stifte Gerresheim auf-