Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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I o n i d i u m P o a y a St. II i 1.

Poaya-Veilchen.

Cha r. Spec.

Ionidi um P o aya.

1. Hirsutissimum; caule suffruticoso saepius simplici; foliis alternis suhsessilibuS ovatis basi subcorda-«tis acutiusculis obsolete dentatis; stipulis linearibus integerrimis vix manifestis; calycis laciniis in*«tegris ; petalo inferiore maximo late obcordato; filamentis apice barbatis; antherarum crista ininima.

1 o n i d i u m P o a y a . . . . . . St. Ilii. PI. us. des Bres. II. 9.

N. et Eb. Handb. der med. pbarm. Bot. III. p. 4oo,

Diese Art der Bree b veile b en ist eben- Ifalls in Brasilien und zwar besonders auf den Wai-den (campos) von Minas Geraes und denen dessüdlichen Tlieils der Provinz Goyaz einheimisch.

Sie bildet einen kleinen in allen T hei lensehr rauhhaarigen Halb Strauch. I

Die Wurzel ist perennirend, weiss.

Der Stengel ist aufrecht, einfach oder ästig,gestreift, einen halben bis anderthalb Fuss lang,kaum holzig.

Die Blätter sitzen abwechselnd und genährtohne Blattstiel oder mit einem sehr kurzen Stielchen an; sie sind eiförmig, stumpflich, grob-ge-zahnt, am Grund etwas herzförmig, 6-12 Linienlang, 37 Linien breit. Zwei sehr kleine faden-förmige Afterblättchen sind zwischen den Haarenverborgen. Die Blüthenstiele stehen einzeln in denBlattwinkeln und sind bald kürzer, bald länger alsdiese; sie sind mit zwei sehr kleinen linienförmigenDeckblättchen versehen. Die Abtheilungen desKelchs sind linien-lanzettförmig,lang zugespitzt, ganz,drei davon sind gekrümmt, zwei sind gerade.

Die beiden oberen Blumenblätter sindlänglich-stumpf, an der Spitze etwas gekrümmtund behaart; die beiden seitlichen sind un-gefähr zweimal so lang als der Kelch, sichelför-mig gekrümmt, linienförmig-länglich, ihre Spitzeist stumpf oder ausgerandet, gegen die Basis sindsie in einen Nagel (unguis) verschmälert, aussenbehaart, weiss; das grosse untere Blumen-blatt hat einen langen rinnenförmigen Nagel, diePlatte ist querelliptisch, an den Seiten abgerun-det, etwas herzförmig ausgerandet, an elf Linienbreit.

Fünf ungleiche flache Staubfäden tra-gen rundlich elliptische Staubbeutel, auf derenSpitze sich ein sehr kleiner häutiger stumpfer undetwas gezähnelter Fortsatz findet.

Der Fr uch t k n o t en ist eiförmig, starkbehaartund enthält acht bis neun an den Wänden ansilz-ende Eierchen. Der S förmig gekrümmte glattedicke Griffel trägt eine warzenförmige Narbe.Die Frucht ist noch nicht bekannt.

Die Wurzel dieser Pflanze wird in Brasilienals weisse Brechwurzel statt der Cephaelis Ipe-cacuanha angewendet. Sie ist unter dem NamenPoaya da campo bekannt und in der neue-sten Zeit auch durch Herrn Schimmelbuschbei uns in den Handel gekommen.

Wir besitzen diese Wurzel in stark hin undher gekrümmten Stücken von der Dicke einer dün-nen Rabenfeder bis zu der einer gewöhnlichenSchreibfeder; die Länge ändert von einem bis zudrei Zoll. Die Oberfläche ist der Länge nach feingestreift mit entfernten stumpfen Einschnürungenohne Einschnitte ; ihre Farbe ist blass erdfarbig-grau. Die Rinde liegt fest an dem Holz an, sieist dünner als dieses von dichter, fast hornartigerweisser Substanz; das Holz ist blass gelblich. DerGeschmack ist schwach, etwas scharf-kratzend.Eine chemische Analyse fehlt uns noch, dochstimmt die Wurzel in dieser Hinsicht wohl ohneZweifel mit der der vorhergehenden Pflanze überein.

Abbildung.

St. Hil. Pl. usuelles 1. c. lab. 9.

Erklärung der Tafel,ß. Die blühende Pflanze nach St. Hilaire.

1. Ein oberes Blumenblatt, in natürlicher Grösse.

2. Eins der seitlichen.

3. Das untere Blumenblatt.

4 . Diè Staubgefässe.

5. Der Kelch mit dem Pistill.

6 . Die Wurzel, wie sie im Handel vorkommt.

7. Dieselbe, im Querdurchschnitt, vergrössert.