Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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und später blafs braun; an altern Wurzeln ist dieOberfläche mit Längsfurchen und tiefen Querrissenbezeichnet. Die Rindensubstanz ist von gleicherFarbe, etwas mehlartig, der holzige Tlieil ist gelb-lich-weiss. Der Geruch der frischen Wurzel istunangenehm, der Geschmack etwas bitterlich-scharf.Aus dieser Wurzel entwickeln sich mehrere sechsbis 24 Zoll lange aufsteigende holzige dünne baldschwächer behaarte, bald stark zottige Stengel.

Die Blätter stehen abwechselnd auf sehr kur-zen halbrunden Blattstielen ; sie sind in den ver-schiedenen Formen, so wie alle Theile sehr ver-änderlich, länglich oder mehr lanzettförmig, nachbeiden Seiten zugespitzt, gesägt und mehr oderminder stark behaart. 7 12 Linien lang, 3 6Linien breit. Die beiden Afterblättchen sind klein,lanzettförmig mit einein Mrttelnerv versehen uudgewimpert.

Die Blüthen erscheinen einzeln in den Blatt-winkeln, bald sitzend, bald auf einem kurzen un-gefähr 4 Linien langen behaarten Blüthenstiel. Andiesem stehen zwei kleine den Afterblättchen ähn-liche Deckblättchen.

Der Kelch ist tief fünftheilig, seine Abthei-lungen sind lanzettförmig, zugespitzt, fiederspaltig-gezahnt und zottig-behaart.

Die Blumenblätter stehen auf dem Frucht-boden; die zwei oberen sind fast von der Längedes Kelchs linienförmig,stumpf, weiss, an der Spitzeetwas gebartet: die zwei seitlichen sind läng-lich, fast spatelförmig, ganz stumpf, etwas längerals der Kelch und an den Spitzen zurückgebogen,und behaart (viernervig). Das unterste (lippenför-mige) Blumenblatt ist sehr gross, dreimal längerals der Kelch; es steht aufsteigend auf einem lan-gen rinnenförmigen Nagel und ist unten behaart,die Platte (lamina) ist breiter als lang, an den Sei-ten abgerundet, an deV Spitze ausgerandet oderauch kurz zugespitzt, weiss mit blass gelben Flek-ken am Grund.

Fünf Staubgefässe stehen auf dem Frucht-boden und sind ungefähr von der Länge der obe-ren Blummenbtätter. Die Staubfäden sind frei, amGrund behaart, länger als die Staubbeutel. Die

Staubbeutel sind aufrecht, flach zweifächrig , derLänge nach aufspringend, an der Spitze mit einemgrossen häutigen abgerundeten Kamm versehen,Von dunkelgelber Farbe.

Der Fr uch tk rt o ten ist eiförmig und sehr be-haart. Der Griffel ist etwas gekrümmt von derLänge der Staubgefässe. Die Narbe ist concav.Die Kapsel ist von den stehenbleibenden Blüthen-theilen umgeben, eiförmig, fast dreieckig, -weich-haarig und dreiklappig. Die Saamen, welche (un-gefähr zwölf) an den Klappen ansitzen, sind ei-rundlich mit einer runden Chalaza versehen, schwarzund weiss gefleckt.

Die Var. indecorum zeichnet sich durch dieBlumenblätter, welche kürzer sind als der Kelchund durch die kleinern mehr ovalen Blätter aus.

Die oben beschriebene Wurzel, in Brasilien un-ter dem Namen Poaya branca bekannt, ist dieRadix Ipecacuanhae alba der Officinen,die aber auch von den folgenden Arten der Gat-tung lonidium gesammelt wird. Sie soll getrock-net Aehnlichkeit mit der Seifenwurzel haben undan 5 Procent Violin enthalten.

Abbildungen.

St. Hil. Pl. us. 1 . c. tab. n.

Hu mb, Bonpl. et Kunth. 1 . c. lab. 49 ^*

Erklärung der Tafel.

A, Die blühende Pflanze nach St. Hilaire,

1. Ein Kelchblättchen, vergrössert.

2. Das untere Blumenblatt.

3 . Eins der oberen Blumenblätter.

4 . Eins der seitlichen.

5 . Die Staubgefässe.

6. Der Fruchtknoten.

7. Eine ganze Blüthe mit dem Kelch von

lonidium Itubu. (nach den Nov.Gen. et Spec.)

8. Die Staubgefässe mit dem Pistill.

9. Die Staubgefässe, stärker vergrössert.

10. Die der Lange nach geöffnete Kapsel.

11. Dieselbe, im Querdurchschnitt.

12. i 3 . Zwei Blätter von dieser Pflanze.

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