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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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516
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516 Ueber die nienfchliche Natur,

in folche Irrthümer, Abfurditäten nncl Dunkelhei-ten , dafs wir zuletzt uns unfrer eignen Leichtgläu-bigkeit fcliämen mülfen. Nichts ift für die Vernunftgefährlicher, als die Luftflüge der Einbildungskraft,und nichts hat unter den Philofophen zu mehr Irr-thümern Veranlaffung gegeben. Menfchen mit ei-ner grolsen Einbildungskraft können in dieferRückficht mit jenen Engeln verglichen werden,welche die Schrift fo vorftellt, als ob fie ihre Augenmit ihren Flügeln bedeckten. Diefes haben wirfchon durch fo viele Beifpiele gezeigt, dafs wir unsdie Mühe, uns noch weiter darüber auszubreiten,erfparen können.

Aber auf der andern Seite, wenn wir durchErwägung diefer Beifpiele den Entlchlufs faffen, alledie elenden Gefchöpfe der Phantafie zu verwerfen,und dein Verftande, das heifst, den allgemeinenund mehr befeltigten Eigenfchaften der Imaginationanzuhängen ; fo ift auch diefer Entfchlufs kaum aus-geführt, fo feilen wir, dafs er gefährlich ift, unddie unglücklichiten Folgen nach fich zieht. Dennich habe fchon gezeigt *), dafs der Verftand, wenner allein handelt, und nach feinen allgemeinftenPrincipien verfährt, fich gänzlich zerftöre, und nichtden fchwächften Grad von Evidenz in irgend einemSatze, weder im gemeinen Leben, noch in der Phi-

lofo-

*) Abfchn. i.