Von andern philofoph. Syftenten. 5fX
klärt, clafs ich ihre Syfteme misbillige; und kannes mich nun befremden, wenn fich ihr Hafs gegenmein Syftem und gegen meine Perfon ergiefst?Wenn ich nach anfsen um mich [herum fehe, fo er-blicke ich an allen Seiten Streit, Widerfpruch,Aerger, Verleumdung und Verkleinerung; lenkeich meinen Blick nach innen auf mich felbft, fo fin-de ich nichts als Zweifel und Unwiffenheit. Dieganze Welt verbindet fich, fich mir zu widerfe-tzen und mir zu widerlprechen; obgleich meineSchwachheit fo grofs ift, dafs ich fühle, alle meineMeinungen find verloren und fallen von felbft um,wenn fie nicht durch die Billigung Anderer unier-ftützt werden. Bei jedem Schritte, den ich thue,ftocke ich, und bei jeder neuen Reflexion fürchteich einen Irrthum oder eine Ungereimtheit inmeinen Schlüffen.
Denn mit welchem Vertrauen kann ich michan folche kühne Unternehmungen wagen, wenn ichaufser den zahllofen Schwächen, die mir insbefon-dere eigen find, noch fo viele antreffe, die dermenfchlichen Natur gemein find? Kann ich da woldarauf rechnen, wenn ich alle behauptete Meinun-gen verlaffe, dafs ich der Wahrheit folgen werde;und gefetzt, das gute Glück führte mich zuletzt inihre Fufstapfen, an welchem Merkmale foll ich fieunterscheiden? Nach meinen genaueften und ftreng-ften Unterfuchungen weifs ich keinen vernünftigenGrund, warum ich ihnen Beifall gebe; und ich füh-le nichts, als eine ftarke Neigung die Objekte
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