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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
492
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49 2 Ueber die menfcliliebe Natur.

griffe der Identität lind einer Succeffion im Verhält*nifs ftehenden Objekte, an fich felbft betrachtet, voll*kommen verfehle den und fogar widerfprechenclfind, fo ift doch gewifs, dal's fie nach unfrer ge-wöhnlichen Art zu denken mit einander verwech-felt werden. Diejenige Handlung der Einbildungs-kraft, vermittelft der wir das ununterbrochene undunveränderliche Objekt betrachten, und diejenige,vermittelft der wir uns die Succeffion im Verhält-nifs ftehender Objekte vorftellen, find unferm Ge-fühle nach einerlei, und es wird keine gröfsereAnftrengung des Denkens in dem andern als indem erften Falle verlangt, das Verhältnis erleich-tert denUebergang des Gemiiths von einem Objek-te zum andern, und macht den Gang des Denkensfo fanft und leicht, als wenn das Geiniith nur einkontinuirliches Objekt betrachtete. Diele Aehn-lichkeit ift die Urfache der Verwechfelung und desIrrthums, und macht, dafs wir den Begriff derIdentität da zu finden vermeinen , wo wir doch nurim Verhäitnifs flehende Objekte antreffen. Wennwir gleich in dem einen Augenblicke, die verbunde-nen luccefliven Dinge als abwechfelnd und unter-brochen betrachten; fo fchreiben wir ihnen dochgewifs im folgenden Augenblicke eine vollkommeneIdentität zu und betrachten fie als etwas Unverän-derliches und Ununterbrochenes. Unfer Hang zudieler lllufion ift wegen der oben erwähnten Aehn-liclikeit fo grofs, dals wir durch ( fie verftrickt find,ehe wir fie gewahr werden; und wenn wir gleich

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