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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
493
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Von andern philofoplw Systemen. 493

unaufhörlich uns durch Nachdenken zu beffern fli-ehen, und zu einer genauem Art zu denken zu-rückkehren, fo können wir doch unfre philofophi-fche Denkungsart nicht lange behaupten, oder derPhanlafie diefe Neigung benehmen. Unfre letzteZuflucht ift, ihr nachzugeben, und dreuft zu be-haupten, dafs diefe verfcliiedenen im Verhiiltnifsftehenden Objekte in der That cliefelben find, ob-gleich unterbrochen und wechfelnd. Um diefe Ab-furdität vor uns felbft zu rechtfertigen, erdichtenwir oft ein neues und unverftänclliches Princip, dasdie Objekte zufammen verknüpft, und ihre Unter-brechung und ihren Wechfel hindert. So erdich-ten wir die kontinuirliche Exiftenz der Vorftellun-gen unfrer Sinne, um die Unterbrechung wegzu-fchaffen; und ftecken uns hinter die Begriffe vonSeele, Selbft und Subftanz, um den Wech-fel zu verbergen. Aber wir können noch weiterbemerken, dafs, wenn wir auch eine folclie Er-dichtung nicht in uns aufkommen laffen, dennochunfre Neigung die Identität mit der Relation zuverweclifeln fo grofs ift, dafs fie uns verführt, unsetwas Unbekanntes und Myfteriöfes einzubilden *),welches die Theile auffer ihrer Relation verknüpft ;und diefes ift, wie ich glaube, der Fall in Anfeliung

der

*) Wenn der Lefer Luft hat zu fehen, wie eingrober Geift von diefen dem Scheine nach fo tri-vialen Principien der Einbildungskraft geleitetweiden kann, fo darf er nur Lord Shaftsburys

Unter-