Von andern philofoph. Syftemen. 491
f [em Orte, wo diefe Scenen vorgeftellt werden, odervon den Materialien, woraus er gebauet ift.
Woher rührt aber denn die fo grofse Neigung,diefen fucceffiven Vorftellungen eine Identität zu/.u-fchreiben, und anzunehmen, dafs wir eine unver-änderliche und ununterbrochene Exifienz unfer gan-zes Leben hindurch befitzen? Um diefe Frage zubeantworten, muffen wir einen Unterfchied ma-chen zwilchen der perfönlichen Identität, fo fernfie unfer Denk - und Einbildungsvermögen betrifft,und fo fern fie unfre Gefühle oder den Zuftand inuns angeht. Hier unterfuchen wir die Identität inerfterer Rückficht; und um fie vollkommen zu er-klären, müffen wir fehr tief in diefe Materie ein-dringen, und bei derjenigen Identität anfangen, diewir den Pflanzen und Thieren zufclireiben; weileine grofse Analogie zwilchen diefer Identität undder Identität des Selbft oder der Perfon ift.
Wir haben einen deutlichen Iiegriff von einemObjekte, das durch eine gewiffe Zeitfolge hindurchunveränderlich und ununterbrochen bleibt; unddiefen Begriff nennen wir den Begriff der Iden-tität oder der Selbftheit. Wir haben fernereinen deutlichen Begriff von mehrern verfcliiedenenObjekten, die nach einander exiftiren, und miteinander durch ein enges Verhältnis verknüpftfind; und diefes gewährt einem fcliarlen Blicke ei-nen eben fo vollkominnen Begriff der Verfchie-denheit, als ob gar kein Verhältnis unter denObjekten da wäre. Aber obgleich diefe zwei Be-griffe