Von andern philofoph. Sy ft einen. 489
re Exiftenz zu tragen. Wie gehören fie alfo zu demSelbft, und wie find fie damit verknüpft? Wennich für meinen Theil, recht tief in dasjenige ein-dringe, was ich Mein Selbft nenne, fo treffeich allemal auf gewiffe partikuläre Verheilungen ,oder auf Empfindungen von Hitze oder Kälte, Lichtoder Schatten, Liebe oderHafs, Luft oder Unluk.Ich kann Mein Selbft nie allein ohne eine Vor-fteliung ertappen, und alles, was ich beobachte, iftnie etwas anders, als eine Vorftellung. Wenn mei-ne Vorftellungen eine Zeitlang aufgehoben find,wie im tiefen Schlafe, fo fühle ich während dieferZeit mein Selbft sar nicht, und man könntemit Wahrheit fagen, dafs es gar nicht exiftire. Undwären meine Vorftellungen alle durch den Tod auf-gehoben, könnte ich nach der Auflöfung meinesKörpers weder mehr denken, noch fühlen, nochfehen, noch lieben, noch liaffen, fo würde ich gänz-lich vernichtet fevn, tind ich kann mir nicht vor-hellen, was noch nölhig wäre, mich in ein voll-kommnes Unding zu verwandeln. 'Wenn jemandnach einem ernfthaften und unpartheiifchen Nach-denken noch immer denkt, einen verfchiedenen Be-griff von feinem Selbft zu haben, fo mufs ichgeftehen, dafs ich nicht weiter mit ihm difputi-ren kann. Alles, was ich ihm z.ugeben kann,ift, dafs er fo gut Recht haben mag, als ich, unddafs wir uns in diefem Stücke welentlich von ein-ander unterfcheiden. Er kann vielleicht etwasEinfaches und Kontinuirliehes wahrnehmen, wel-ches