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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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488
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488 Ueber die menfchliche Natur.

men? Diefe Frage läfst ficlf unmöglich ohne einenaugenfcheinlichen Widerfpruch und ohne offenbareUngereimtheit beantworten; und dennoch ilt es ei-ne Frage, welche nothwendigerweife beantwortetwerden mufs, wenn wir den Begriff des Selbft füreinen deutlichen und verftändlichen Begriff ausge-ben wollen. Denn ein wirklicher realer Begriffmufs allemal von irgend einer Impreffion entftandenfevn. Aber das Selbft oder die Perlon ift nichteine gewifi'e Impreffion, fondern dasjenige, worauf,wie man annimmt, alle unire verfchiedenen Impref-fionen und Begriffe eine Beziehung haben. Wennder Beeriff des Selbft von einer Imyreffion entfteht,fo miifste diefe ImprelTion eine folche feyn, die un-fern ganzen Lebenslauf hindurch diefelbe bliebe;weil angenommen wird, dafs unfer Selbft auf diefeArt exiftire. Es giebt aber keine einzige, fich ftetsgleiche und unveränderliche linpreffion. Schmerzund Vergnügen, Freude und Leid, innere und auf-fere Empfindungen wechfeln unaufhörlich, und exi-ftiren nie alle zugleich. Es kann alfo keine vondiefen Impreffionen, und auch gar keine andre feyn,von welcher der Begriff des Selbft abftammt; undes giebt folglich gar keinen folchen Begriff.

Aber ferner, was wird bei diefer Hypothefeaus allen unfern übrigen einzelnen Vorftellungenwerden? Alle diefe find verfchieden und trennbar,und Jallt n fich von einander fcheiden, können ab-geichieden betrachtet werden, und abgefchiedenwirklich feyn, und bedürfen keines Dinges, um ih-re