Von andern philofoph. Syftemen. 487
Sechfter Abfchnitt.
Von
der perfön liehen Identität;
Es giebt einige Philofoplren, die fich einbilden,dafs wir uns deffen aller Augenblicke ganz genaubewufst wären, was wir unfer Selb ft nennen;,dafs wir feine Wirklichkeit und kontinuirliche Fort-dauer empfänden; und dafs wir fowol von ihrerIdentität, als Einfachheit, eine über die evidentl'teDemonftration erhabene Gewifsheit befäfsen. Dieftärkfte Empfindung , die heftigfte Leidenfchaft,fagen fie, macht, ftatt uns von diefem Gefichtspunk-te abzuziehen, dafs wir unfer Selb ft nur um foftärker fühlen, und dafs wir ihren EinOufs auf dasSelb ft durch die Luft oder durch den Schmerz er-wägen. Einen fernem Beweis davon zu verfuchen,hiefse, feine Evidenz fchwächen, weil kein Beweisvon einem Facto hergenommen werden kann, deffenwir uns fo inniglich bewufst find; und es giebt nichtsin der Welt, wovon wir Gewifsheit haben können,wenn wir an diefem Selb ft zweifeln.
Ungliicklicherweife find alle diefe pofitiven Be-hauptungen derjenigen Erfahrung entgegen, welcheman zu ihrer Beftätigung anführt, und wir habengar nicht einen folchen Begriff von dem Selb ft,wie er hier angegeben worden ift. Denn von wel-cher Impreffion könnte diefer Begriff wol herkom-
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