444 Ueber die menfchliche Natur.
Fehler ganz frei zu feyn, und ihren Grund ganz al-lein in den beftändigen, feften und nothwendigenPrincipien der Einbildungskraft zu haben. Auf iwelchen Gründen diefe Anmafsung beruhe, follgegenwärtig die Materie unfrer Unterfuchungwerden.
Das Hauptprincip diefeh jPhilofopliie, ift dieMeinung von Farben, Tönen, Gefchmack, Ge-ruch, Hitze und Wärme; wovon fie behaupten,dafs es nichts als Impreffionen im Gemiith wären,die zwar von der Einwirkung hier äuffern Objektelierrührten, aber mit ihren objektiven Eigenfchaftennicht die geringfte Aehnlichkeit hätten. Bei nähe-rer Unterfuchung finde ich nur einen genugthuen-den Grund unter denen, die man gewöhnlich fürdiefe Meinung vorbringt, nähmlich den, welchervon der Veränderlichkeit folcherjlmpreffionen her-genommen ift, während dafs die äuffern Objekte,allem Scheine nach, fortfahren cliefelben zu fevn.Diefe Veränderlichkeit hängt von verfchieclenenUmftänden ab. Von dem verfchiedenen Zuftandeunfrer Gefunclheit. Einem Kranken fchmeckt eingewiffes Gericht nicht, das ihm fonft fehr gutfchmeckte. Von den verfchiedenen Komplexionenund Konftitutionen der Menfchen. Was dem ei-nen bitter fchmeckt, fchmeckt dem andern ftils.Von der Verfchiedenheit ihrer äufsern Lage undStellung; Farben, die durch die Wolken fpielen,ändern lieh nach der verfchiedenen Entfernung derWolken, und nach dem Winkel, den die Liclitftra-
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