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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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441
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Von andern philofoph. Syftemen. 44*

denen Skepticismus erreicht. Sobald fie ein Phä-nomen in Verwirrung fetzt, dürfen fie nur fagen,es kömmt von einem Vermögen oder von einer ver-borgenen Eigenfchaft her, und aller Streit und alleUnterfuchung über das Ding hat fogleich ein Ende.

Aber unter allen Beifpielen, wo die Peripate-tiker gezeigt haben, dafs fie fich von jedem gemei-nen Hang der Einbildungskraft leiten liefsen, iftkeines merkwürdiger, als ihre Sympathien,Anti-pathien und ihr Abicheu vor demLeeren (horror vacui). Es ift freilich eine Nei-gung in der menfchlichen Natur, den äufsern Objek-ten diefelbigen Veränderungen beizulegen, die fiein fich felbft bemerkt, und allenthalben folche Be-griffe zu finden, die ihr am gegenwärtigften find.Diefe Neigung kann aber doch durch ein geringesNachdenken unterdrückt werden, und findet nurbei Kindern, Dichtern und den alten Philofophenftatt. Kinder zeigen diefes durch ihr Verlangen,die Steine, welche fie verletzen, wieder zu fchlagen;Dichter durch ihren Hang, Alles zu perfonificiren:und die alten Philofophen durch diefe Erdichtungender Sympathie und Antipathie. Kindern mtiffen wirdiefes verzeihen, um ihrer Jugend willen ; den Dich-tern, weil fie geftehen, dafs fie abfichtlich dem fol-gen, was ihnen ihre Phantafie anbietet; aber wasfür eine Entfchuldigung läfst fich erfinden, einefo grofse Schwachheit an den Philofophen zu recht-fertigen ?

Vier-