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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
430
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43° Ueber die menfchliche Natur.

gelten zu laffen, clais fie von freien Stücken eineneue Art von Vorftellungen erdichten, denen fiediefe Eigenfchaften 'zueignen. Ich fage eine neueArt von Vorftellungen; denn wir können es wohlim Allgemeinen annehmen, aber es ilt doch ganzunmöglich, uns deutlich vorzuftellen, dafs Objekte,ihrer Natur nach, etwas anders feyn könnten, alswiederum Vorftellungen. Was können wir alfovon diefer Verwirrung grundlofer und feltfamerMeinungen anders erwarten, als Falfchheit und Irr-ihum? Und wie können wir vor uns felbft den Glau-ben rechtfertigen, den wir ihnen fchenken?

Diefer fkeptifche Zweifel , fowohl in Anfe-hung der Vernunft als der Sinne, ift eine Krankheit,die nie aus dem Grunde geheilt werden kann, fon-dern deren Rückkehr wir jeden Augenblick erwar-ten muffen, wenn -wir fie gleich weggejagt haben,und fogar gänzlich von ihr befreit zu feyn fcheinen.Es ift nach allen Syftemen ganz unmöglich, unfernVerftancl oder unfre Sinne zu vertheidigen, undbeide verlieren nur noch mehr, wenn wir uns Miihegeben, fie auf diefe Art zu rechtfertigen. Denn dader Skepticismus natiirlicherweife aus einem tiefenund ftarken Nachdenken über diefe Materien ent-fteht, fo fteigt feine Kraft immer mehr, je mehrwir darüber denken, wir mögen dafür oder dage-gen feyn. Sorglofigkeit und Unaufmerkfamkeitfind die einzigen Mittel, uns dagegen zu verwahren*Aus diefem Grunde verlaffe ich mich allein auf fie;und nehme es für ausgemacht an> dafs der Lefer

nach