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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
429
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Von andern philofoph. Syftemen. 429

gefetzten Meinung überzeugt, uncl bin mehr geneigt,meinen Sinnen oder vielmehr meiner Einbildungs-kraft eher gar keinen Glauben zuzufchreiben, als einfolches unbedingtes Vertrauen in diefelben zu fetzen.Ich kann nicht begreifen, wie dergleichen trivialeEigenfchaften der Phantafie, durch folche falfcheVorausfetzungen geleitet, je zu einem foliden undvernünftigen Svftem führen können. Der Zufam-menhang und die Behändigkeit' unfrer Vorftellun-cen bringen die Meinung von ihrer kontinuirlichenExiftenz hervor; obgleich diefe Eigenfchaften derVorftellungen keinen begreiflichen Zufammenhangmit einer folchen Exiftenz haben. Die Behändig-keit unfrer Vorftellungen hat den beträchtlichftenAntheil daran, und dennoch ift fie mit den gröfstenSchwierigkeiten verknüpft. Es ift eine grofse Ulu-fion, wenn man vorausfetzt, clafs unfre ähnlichenVorftellungen numerifch diefelben find; und blosdiele Ulufion ift es, welche uns zu der Meinung ver-führt, dafs diefe Vorftellungen ununterbrochenfind und fortexiftiren, wenn fie auch gleich denSinnen nicht mehr gegenwärtig find. Diefes ift derFall bei der Populär-Philofophie. Und in den phi-lofophifchen Syftemen trifft man diefelben Schwie-rigkeiten an; und es ift allemal mit der Ungereimt-heit behaftet, dafs es die Volksvorausfetzungen zu-gleich verneinet und bejahet. Die Philofophenläugnen, dafs unfre ähnlichen Vorftellungen iden-tifch diefelben und ununterbrochen find; und den-noch haben fie eine fo grofse Neigung, fie als folche

gelten