428 Ueber die menfchliche Natur.
Zweitens., fo wie wir überhaupt vorausfe-tzen, dafs unfre Objekte unfern Vorftellungen ähn-lich find, fo nehmen wir es auch für ausgemachtan, dafs jedes Objekt der Vorftellung ähnlich fej^die durch daffelbe verurfacht ift. Das Verhältnifsder Urfach und Wirkung beftimmt uns das Verhält-nifs der Aehnlichkeit mit zu verbinden; und da dieBegriffe diefer willkührlichen Dinge, durch die er-fte Relation fchon mit einander in der Phantafieverbunden find, fo fügen wir die letztere natürli-cherweife hinzu, um die Vereinigung zu vollen-den. Denn wir haben eine ftarke Neigung jedeVereinigung zu vollenden, und verbinden daherneue Verhältniffe mit folchen , die wir vorher zwi-fclien gewiffen Begriffen bemerkt haben, wie wir fo-gleich Gelegenheit haben werden zu bemerken*).
Nachdem ich alfo die Gründe beider Syfteme'in Anfehung der äufferlichen wirklichen Dinge fo-wohl des philofophifchen, als des Volksfyftems aus-einander gefetzt habe, fo kann ich nicht umhin,eine gewiffe Meinung an den Tag zu bringen, die ■hei der Ueberfchauung diefer beiden Syfteme ent-fteht. Ich fing diefe Materie damit an, dafs ichbehauptete, wir miifsten ein völliges Vertrauen aufunfere Sinne fetzen, und gab diefes für den Schlufs-fatz aus, der lieh .aus meinem ganzen Raifonnementergeben follte. Allein um aufrichtig zu feyn, fofühle ich mich jetzt von einer gerade entgegen-
gefetz*
*) Abfchn. 5.