Von andern philofoph. Syftemen. 375
nicht durch ihre Spitzfindigkeit zerftörten , fo wür-den he beides nach einander bald ftark, baldfchwach feyn, nach der jedesmaligen Stimmungdes Gemüths. Zuerft ift die Vernunft im Eefitzedes Throns, giebt Gefetze und legt Befehle auf, mitabfoluter Gewalt und Auktorität. Ihr Feind mufsdaher Schutz unter ihrer Bedeckung fuclien, undvon Vcrnunfigriinden Gebrauch, machen, um dieFalfchheit und Schwachheit der Vernunft zu bewei-fen, und dadurch verfchaft er ficli gleichfam unterihrer Unterfchrift und Siegel ein Patent. DiefesPatent hat anfänglich fo viel Auktorität, als gegen-wärtig und unmittelbar die Vernunft hat, von deres herrührt. Da es aber nach der Vorausfetzungder Vernunft widerfpricht, fo verliert es nach undnach die Stärke diefer herrfchenden Gewalt und zugleicher Zeit auch ihre eigne; bis fie zuletzt beidevermittelft einer regulären und ordentlichen Abnah-me in nichts verfchwinden. Die Gründe der Skep-tiker und der Dogmatiker find alfo von einerleiArt, ob fie gleich in ihren Wirkungen und Beftre-ben einander widerftreiten , fo dafs wenn der Dog-matiker ftark ift, fo findet er einen Feind von glei-cher Kraft an dem Skeptiker, der es mit ihm auf-nimmt; und da ihre Kräfte im Anfänge gleich find,fo bleiben fie es auch immer fort, fo lange fie wirk-lich find; und keiner von ihnen verliert im Streitetwas an Kraft, was er nicht von feinem Gegnerin eben dem Maafse wieder bekäme. Es ift daherein Glück, dafs die Natur die Kraft aller fkepti-
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