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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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374
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374 Ueber die menfchli che Natur,

per fcheinen mit einem gewiffen beftimmten Gradevon Kraft micl Tiiätigkeit verleben zu fevn, diefie niemals auf eine Handlung verwenden, ohne aufKoften der übrigen. Die Wahrheit hiervon leuch-tet noch mehr ein in Fallen , wo die Handlungenvon ganz verfchiedener Natur find, weil in diefemFalle die Kraft der Seele nicht nur behindert wird,fondern auch ihre Anlage und Fertigkeit des Han-delns. ändert, fo dafs wir unfähig werden, plötz-lich von der einen zu der andern überzugehen, undnoch mehr, fie beide auf einmal auszuüben. KeinWunder alfo, dafs die Ueberzeugung, welche auseiner l'ubtilen Spekulation entfteht, lieh um fo vielverringert, als die Kraft wegnimmt, welche dieEinbildungskraft zur Spekulation nöthig hat, um fiein allen ihren Theilen zu fallen. Da der Glaubeeine lebhafte Vorftellung ift, fo kann er nie voll-ftändig feyn, wenn er nicht auf etwas Leichtes undNatürliches gegründet ift.

Diefes halte ich für den wahren ftatus quae-itionis, und kann alfo den Ausweg nicht: billigen,welchen fich einige in Anfehung der Skeptiker er'lauben, die alle ihre Ein würfe ohne weitere Unter-fuchung und Prüfung auf einmal verwerfen. Wenn,fagen fie, die Vernunftfchlüffe der Skeptiker ftarkfind, fo ift diefes ja eben ein Beweis, dafs die Ver-nunft einige Kraft und Stäi'ke hat: wenn fie aberfchwach find, fo können fie nie hinreichen. Die*fes Argument ift nicht paffend, denn wenn dieSchlüffe der Skeptiker fonft möglich wären und fich

nicht