266 Uebcr die menfchliclie Natur.'
Kraft; der zweite vermehrt fie fchon um etwas;der dritte wird noch merklicher; und fo erlangtunfer Urtheil allmälig völlige Gewifsheit. Aber be-vor es diefe Höhe der Vollkommenheit erreicht,geht es durch viele niedrige Stufen, in welchenallen es blos wie eine Vorausfetzung oder Wahr-fcheinlichkeit gilt. Der Uebergang von Wahr-fcheinlichkeiten zu Eeweifen ift in einigen Fällenganz unmerklich; und der Unterfchied zwifchendiefen Arten der Evidenz wird mehr in entfern-ten, als in nahen und angrenzenden Graden wahr-genommen.
Es verdient bei diefer Gelegenheit bemerkt zuWerden, dafs, obgleich die hier erklärte Art derWahrfcheinlichkeit die erfte in der Ordnung ift,und vor einem vollkommnen ßeweife vorhergehenmufs, dafs man dennoch nicht allemal durch diegröfsere Menge der Jahre, die man durchlebt hat,eher zum Beweife gelangt. Denn es ift nichts ge-meiner, als dafs Leute von ausgebreiteten Kennt-niffen nur eine fehr unvollkommne Erfahrung eini-ger befondern Begebenheiten erlangt haben; wel-che, unfern Grundfätzen gemäfs, nur eine unvoll-kommne Fertigkeit und einen fehr ungewiffen Ue-bergang hervorbringt; aber hier müffen wir zu-gleich erwägen, dafs das Gemüth durch eine andreBemerkung, die es über die Verknüpfung der Ur-fachen und Wirkungen gemacht hat, feinen Schlüf-fen eine neue Kraft ertheilt, und vermittelft derfel-ben auf ein einziges Experiment, wenn es gehörig
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