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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
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238 Ueber die menfchliche Natur.'

in feinem Zimmer oder fonft an einem andern Or-te , wo fie ihn zu finden gewohnt waren. Ich habeoft in Gefellfchaft gehört, wenn von einer berühm-ten Perfon gefprochen wurde, dafs jemand, dergar keine Eekanntfchaft mit derfelben hat, faete:Ich habe diefen Mann niemals gefe-iten, aber ich bilde mir immer ein, ichhätte ihn gefeiten; fo oft habe ich vonihm reden hören. Alles diefes find eben fol-che Beifpiele.

Wenn wir diefes Argument, das von der Er-Ziehung hergenommen ift, in einem genauemLichte betrachten, fo wird es uns aufserordent-licli überzeugend Vorkommen-, und diefes um deftomehr, da es in einer der allergemeinften Erfchei-nungen gegründet ift, die man nur antreffen kann.Ich bin überzeugt, dafs man bei einer Prüfung fin-den wird, dafs mehr als die Hälfte folcher Mei-nungen, die unter dem Menfchengefchlechte herr-fchend find, der Erziehung angehören, und dafsdie Grundfätze, welche fo blindlings angenommenwerden, weit mehr wirken, als folche, welcheentweder von abftrakten Begriffen oder von Erfah-rung herkommen. So wie Lügner, durch die öfte-ren Wiederholungen ihrer Lügen, fielt zuletzt ihrerwie Wahrheiten erinnern; fo kann die Urtheils-kraft, oder vielmehr die Einbildungskraft, durchein gleiches Mittel fielt die Begriffe fo feft einge-prägt, und lieh diefelben fo lebhaft vorgeftellt ha-ben, dafs fie auf das Geniüth gerade fo wirken,

wte