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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
207
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Von Erkenntnifs und Walirfcheinlichkeit. aoy

eine Aehnliclikeit und eine gegenwärtige Impref«tfion zufaminenkommen mufs, fo find die angeführtten Erfahrungen vollkommen hinreichend, di»Realität des vorhergehenden Grundfatzes zu be»weifen.

Wir können diefen Erfahrungen durch nochandre von verfchiedener Art noch mehr Stärke ge-hen, wenn wir die Wirkungen der Kontigui»tat mit denen der Aehnliclikeit zugleich betrach-ten. Es ilt gewifs, dafs der Abftand die Kraft ei-nes jeden Begriffs vermindert, und dafs, jemehrwir uns dem Objekte nähern, wenn es fick auchgleich noch nicht unfern Sinnen entdeckt; es dochmit einem folchen Einfluffe auf das Gemiith wirkt*der einer unmittelbaren Impreffion faft gleichkömmt. Der Gedanke an einen Gegenftand lei-tet das Gemiith leicht auf einen andern, der anihn gränzt; aber nur die wirkliche Gegenwart ei-nes Objekts führt die Seele mit einer gröfsern Leb-haftigkeit darauf. Wenn ich nur einige Meile«von Haufe bin, fo intereffirt mich alles, was dar-auf Beziehung hat, weit mehr, als wenn ich hun-dert Meilen davon entfernt wäre; obgleich auchhei einer folchen Entfernung die Vorftellung einesDinges in der Nachbarfchaft meiner Freunde undFamilie natürlicherweife einen Begriff von ihnenerzeugt. Aber da in diefein letztem Falle beideGegenftände des Gemtitlis Begriffe find; fo kanndiefer Uebergang allein, ohnerachtet er fehr leichtift, diefen Begriffen doch keine gröfserc Lebhaf-tigkeit