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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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206
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2o 6 Ueber die men'fchliche Natur.'

unfre Betrachtungen weit lieber über ihn felbft un*mittelbar an, als dafs [wir vermittelft eines Bildesüber ihn refiektiren foLlten, das eben fo entferntund eben fo dunkel ift.

Die Cerenionien der Römifch - katholifchenReligion kann man als Beifpiele von gleicher Na-tur anfehen. Die Verehrer diefes leltfamen Glau-bens entfchuldigen gewöhnlich die Mummereien,welche man ihnen vorwirft, damit, dafs fie dieguten Wirkungen diefer äufserlichen Bewegungen,Stellungen und Handlungen gar wohl fühlten, in-dem fie ihre Andacht ftärkten und ihr Feuer an-fachten , welches ganz verlöfchen würde, wenn fieihre Gedanken geradezu und ganz und gar auffo entfernte und immaterielle Gegenftände rich-ten würden. Wir mahlen die Gegenftände unfresGlaubens, fagen fie, durch finnliche Typen undBilder aus, und vergegenwärtigen fie uns durchdie unmittelbare Gegenwart diefer Tvpen mehr,als es uns durch eine blos intellektuelle Betrach-tung oder Befchauung möglich feyn würde. Sinn-liche Gegenftände haben allemal auf die Einbil-dungskraft einen gröfsern Einflufs, als andre; undvermittelft deffeiben bringen fie leicht folche Be-griffe herbei, mit welchen fie im Verhältniffe he-ben, und die ihnen ähnlich find. Ich will ausdiefen Fhatfachen und Schlüffen nur fo viel fol-gern, dafs die Wirkung der Aelinlichkeit, wel-che in der ,Verftärkung des Begriffs befteht, fehrgemein fey; und da in jedem der genannten Fälle

eine