Von Erkenntnis und Walirfclieinliclikeit.
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4er Begriff viel verlohren, wo nicht gar ganz aus»,gelöfcht fey. Wir find oft in i^bficht auf die Ge-riächtnifsbegriffe, wenn fie anfangen fchwach unddunkel zu werden, zweifelhaft; und kommen inVerlegenheit, wenn wir beftiinmen follen, ob einBild von der Phantafie oder dem Gedächtniffe her-ri'ihre, wenn es nicht mit fo lebhaften Farben ge-zeichnet ift, dafs man das letztere Vermögen leichtdadurch unterfcheiden kann. Ich glaube, fagt manalsdenn, dafs ich mich an einen folchen Vorfall er-innere, aber ich weifs es nicht gewifs. Die Längeder Zeit hat es gröfstentheils meinem Gedächtniffewieder entnommen, und läfst mich daher unge-wifs, ob es eine blofse Frucht meiner Phantafiefev, oder nicht.
So wie nun ein Begriff des Gedächtniffes nach
und nach feine Stärke und Lebhaftigkeit verlieren,
und bis zu einem folchen Grade herabfinken kann,✓ *
dafs man ihn für einen Begriff der Einbildungskrafthält; fo kann auf der andern Seite auch ein Be-griff der Einbildungskraft eine folche Stärke undLebhaftigkeit erhalten, dafs er für einen Gedacht-,nifsbegriff paffirt, und auf den Glauben und dieUrtheilskraft gerade diefelbigen Wirkungen nach»macht. Diefer Fall trift bei den Lügnern ein,welche durch die öftere Wiederholung ihrer Lügenfie zuletzt felbft für Realitäten halten, und fich ih-rer als folcher erinnern; Gewohnheit und Fertig»keit haben in diefein Falle, fo wie in Vielen an»♦lern, denfelbigen Einfluis auf das Geroiith, als dieElfter Band. M Natur