Von Erlcenntnifs und Wahrfcheinliclikcit. 153
bend oder wechfelncl feyn, welche zwei oder meh-rere Objekte gegen einander haben. Diefe Ver-gleichung können wir nun anftellen, entweder,wenn beide Objekte den Sinnen gegenwärtig find,oder, wenn keines derselben gegenwärtig ift, odernur eins von ihnen. Wenn beide Objekte nebl't demVerhältniffe den Sinnen gegenwärtig find, fo nen-nen wir diefes mehr eine Wahrnehmung, als eineVernunfterkenntnifs; denn es bedarf in diefemFalle gar keiner Anftrengung des Denkens, odereigentlich zu reden, es ift gar keine Verftandes-Handlung dabei nöthig, fondern ein blofses Leiden,wodurch die Impreffionen durch die finnlichenOrgane aufgenommen werden. Nach diefer Artzu denken brauchen wir keine von denen Be-obachtungen, welche vermittelft der Identitätund den Verhältniffen der Zeit und desRaums möglich werden, als Vernunfthandlungenzu betrachten; indem das Gemüth bei keiner der-felben über das hinaus geht, was den Sinnen un-mittelbar gegenwärtig ift, weder um die reale Exi-ftenz, noch um die Verhältnifi’e der Objekte zu ent-decken. Das K auffal v erh ältnifs ift es allein,welches eine folche Verknüpfung hervorbringt,die uns mit GeAvifsheit von der Exiftenz oder derHandlung eines Gegenftandes auf die Exiftenz oderHandlung eines andern Objekts führen kann, Avel-clies vor jenem vorherging, oder auf daffelbe folgt;auch kann man in Vernunftfchlüffen von den übri-gen beiden Verhältniffen gar keinen Gebrauch ma-chen,