48 Lieber die menfcliliclie Natur.
felben, und wie giebt er ihn uns? Sollte erdurch die Augen empfangen feyn, fo mi'ifste ereine Farbe feyn; durch die Ohren, ein Schall;durch den Gaum, ein Gefchmack; und fo bei allenübrigen Sinnen. Aber ich glaube, dafs niemanddie Subftanz für eine Farbe, oder einen Schall,oder einen Gefchmack ausgeben wird. Der Begriffder Subftanz mufs alfo, wenn er anders ein realerBegriff ift, von einer Impreffion der Reflexion ent-*ftanden fevn. Allein die Impreffionen der Refle-xion löfen fleh fämmtlich in Leidenlchaften und Ge-miithsbewegungen auf, deren keiner der Name ei-ner Subftanz zukommen kann. Wir haben alfokeinen Begriff von der Subftanz, der von derSammlung von einzelnen Eigenfchaften verfchiedenWäre, und etwas anders verftehen wir auch in derThat nicht darunter, wenn wir von ihr reden oder-darüber philofophiren.
So wohl der Begriff einer Subftanz, als der ei-ner zufälligen Befchaffenheit, bedeutet alfo nichts,als ein Zufammenfaffen mehrerer einfachen Begrif-fe, welche durch die Einbildungskraft vereinigetfind, und die wir mit einem eigenthiimlichen Na-men bezeichnen, vermöge deffen wir diefe Samm-lung von Prädikaten entweder uns oder andern insGedächtnifs zurückrufen können. Der Unterfchieclzwifchen diefen Begriffen befteht blos darin, dafsman die befondern Eigenfchaften, welche die Sub-ftanz ausmachen, gemeiniglich einem unbekanntenEtwas zulchreibt, dem fie inhäriren follen; oder,* (wenn