Einleitung. 19
welchen alle Tugenden und Lafter genau beurtheiltwerden können, fehr zu entfchuldigen ift. Man iftin der Kritik des Gefchmacks, in der Logik unclfelbft in der Staatskunft auf ein Gleiches bedachtgewefen: und die Verfuche find nicht gänzlich mis-lungen; ob vielleicht gleich mehr Zeit, grüfsere Ak«kurateffe, und ein wärmerer Eifer in ihrer Betrei-bung, diefe WiiTenfchaften ihrer Vollkommenheitimmer näher bringen werden. Alle Anfprüche die-fer Art auf einmal zurückzu weifen, würde in derThat unbedachtfamer, übereilter und angemafsterfevn, als die kühnfte und die dogmatifchfte Philo»fophie zu verfahren pflegt, was letztere auch im-mer für rohe Ausfprüche und Grundfätze dem Men*fchengefchlecht aufzubürden unternehmen mag.
Das Abftrakte und Schwerzubegreifende indiefen Unterfuchungen über die menfchliche Naturkänn keinen Beweis für ihre Falfchheit oder Un*zidäffigkeit abgeben. Im Cegentheil fcheint es un*möglich zu feyn, dafs das, was bisher fo vielenweifen Männern und tiefforfeilenden Philofophenentgangen ift, alltäglich und leicht feyn könne.Und fo viel Mühe uns auch dergleichen Nachfor-fchungen koften mögen , fo hinreichend müffen wiruns doch, nicht allein-durch den Nutzen, fondernauch durch das Vergnügen, für belohnt halten,wenn wir hierdurch unfre Maffe von Kenntniffenüber Gegenftände von fo unausfprechlicher Wich-tigkeit vermehren können.
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Freilich