*8 U eher die menfcliliche Natur.
wieder in eine noch allgemeinere und fo ferner auf-geloft werden kann;, denn wie weit dergleichen Zer-gliederungen getrieben werden können, liifst fieltfchwerlich vor einem forgfältigen Verhielte, undnicht einmal nach demfelben genau beftimmen.So viel ift gewifs, dafs Verfuche diefer Art alle Tagegemacht werden, felbft von folchen, die am aller-nachläffigften philofojihiren. Wenn ntan fielt aberin diefes Gefchäft einlaffen will, io ift nichts mehrerforderlich, als fcharfe Aufmerkfantkeit und ftren-ge Sorgfalt, damit, wenn das Ziel in dem Bezirkdes nrenfchlichen Verftandes liegt, es endlich glück-lich erreicht werde; und, wenn es aufser fein Ge-biet fallen füllte, dafs man es doch mit Grund undSicherheit als unerreichbar verwerfen könne. Die-fes letztere Refultat ift ficherlich nicht zu wiinfehen;und daher nrufs man es ja nicht zu rafch annehmen.Denn wie viel würde bei einer folchen Voraus-fetzung die Schönheit und der Werth diefer Art derWeltweisheit verlieren. Die Moralphilofophen findbisher gewohnt gewefen, wenn fie die ungeheureMenge und Verfchiedenheit derer Handlungen, diegebilliget oder gemisbiiliget werden, betrachteten,nach einem einzigen Principio zu hielten, von wel-chem fie die Verfchiedenheit der Gelinnungen ablei-ten könnten. Und wenn ntan diefes gleich, ver-möge der Leidenfchaft für einen folchen allgemei-nen Grundfatz, bisweilen zu weit getrieben hat; fojnufs ntan doch geftehen, dafs die Erwartung felbft,einen folchen allgemeinen Grund zu finden, nach
welchen