Einleitung. ij
Lage vor dem Anblicke zu bleiben; fie müffen ineinem Augenblicke' gefafst werden, mit einem ho-hen Grade von Scharffinn, der von der Natur em-pfangen, und durch Gewohnheit und eignes Nach-denken vervollkommnet feyn rnufs. Es ift alfo einnicht unbeträchtlicher Theil der Philofophie, dieverfchiedenen Wirkungen der Seele nur zu kennen,fie von einander zu fcheiden, fie unter ihre eignenKapitel zu bringen, und dadurch die fcheinbareUnordnung zu verbeffern, in welcher fie lieh dar-ftellen, wenn man fie zum Objekt der Betrachtungund der Unterfuchung macht. Diefe Arbeit desOrdnens ;und ;Unterfcheidens, welche in Abfichtauf die Körper und äufsern finnlichen Gegenftändenicht bedeutend ift, fteigt in ihrem Werthe, fo baldfie in Beziehung auf die Seelenwirkungen unter-nommen wird, nach Maasgabe der Schwierigkeitund Mühe, welche hierbei angetroffen wird. Undwenn wir es auch nicht weiter bringen könnten,als bis zu diefer geographifchen Befchreibung desGemiiths oder zu diefem Abriffe der unterfchiede-nen Theile und Kräfte der Seele, fo ift es doch we-nigftens einige Befriedigung untres Strebens, foweit gegangen zu feyn, und je leichter diefe Wif-fenfehaft fcheinen mag, (fie ift aber keinesweges foleicht) defto verächtlicher mufs die Unwiffenheit inderfelben bei allen denen feyn, welche auf Gelehr-famkeit und Philofophie Anfpruch machen.
Auch kann man nicht einwenden, dafs diefeWiffenfchaft ungewiß? Uöd fchimärifch fey; man
müfsta