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10 (1887) Vokabellernen - Zwingli
Entstehung
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589
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Zeichnen. 589

$upferfted;ern ober jijIograpI)iftf;en geidjnern beftimmen, auf ähnliche Überfcfpngcnbie größte ©orgfalt p oerwenben, inbem fie unter Hinweifung auf bie Gsjriftenä innerer©efefse Anleitung geben müffen, gemalte ober getufdjte Silber in Sinienmanier (mitgeber ober mit Sleiftift) p übertragen. Als muftergittige Seifpiele bienen entweberStabierungen ober ©ticEie, je nadjbem eS fidf) um 3 e '^ nun S en ' n deinem ober ingrößerem SJtafjftab ^anbett. ®aS Sanbf^aftgjeid^nen roirb meift in berAbficht erlernt, fpäter Aufnahmen nach ber Statur madjen p fönnen, unb fann audjfeine Ijö^ere AuSbilbung nur burdfj foldjje Aufnahmen erlangen; aber es fann nid^tbamit begonnen werben. 28er of)ne bie burch SSorlegeblätter oermittelten Vorübungenein erträgliches Silb nad^ einem wirtlichen Saum p ftanbe brächte, märe ein ©enie,roie bie in ber SDarfteßung ooit Sanbfcfjaften bahnbredjenben SJteifter es waren. ®ieim ©runbe nur Anbeutungen liefernben Abbilbungen oon Säumen, Sufdfjwerf, 23iefen je.finb bis p einem gewiffen ©rabe fonoentioneß; eS (affen fid^ barin fogar wedfjfelnbeSJtoben oerfolgen, ©adje beS Sel;rerS ift eS, gefchmatfooße unb in iljren SJtaffen*anbeutungen möglidfjft naturwaljre Vorlagen p wählen, welche inbeS je nach bemoorauSgef eilten Z e ich enma t er i a f etwas oerfchieben fein müffen, anberS für eine jfeber*jeidjnung als für baS Arbeiten mit treibe. SJtit ©d^ülem, welche auS ben fopiertenVorlegeblättern baS VerftänbniS gewonnen haben, wie man einer wirtlichen Sanbfdfjaftgegenüber baS in ber Stä(;e ficfj aufbrängenbe unenbliche Setail burdh ©ruppenfonberungbewältigen, gleichfam im AuSpg wibergeben fönne, unb burdh welche SJtittel manbaS ©ntfernte oom Staffen abplöfen (Suftperfpeftioe" p beobachten) habe, foß berSetjrer oon Zeit P Bett Ausflüge jum Zeieh 11611 nadj ber Statur oornel)men.

Db an ben Zeichenunterricht fiel; auch Übungen mit bem ifSinfel in Slufcfj,Sepia ober in 23afferfarben anfdjliefjen tonnen, wirb gumeift oon äußeren Um*ftänben abljängen. Zroedmäfjig unb bilbenb ift ein folcjjer Anhang jebenfaßS; nurfoß ber Spinfel einem etwa barnadj oerlangenben ©dhüler nicht eher in bie §anb ge=geben werben, als bis er feiner Hauptaufgabe, richtig jeidffnen p lernen, genügthat. Sßerfönlichen Steigungen begabter ©dhüler ift Stücffidjt p fcfjenfen, fobalb biefeeinmal ben wefentlidh pm ©pftem beS Unterrichts gehörigen Anforberungen fleifjigunb mit ©rfolg entfprodfjen haben, mögen nun jene Steigungen ober 23ünfdje fid(j aufbaS SJtalen richten ober auf baS Zeiten oon ©egenfiänben fpegieller Art. SJtantrifft in ©dhuten pweilen Siebhaber beS SÜerpidfjnenS, wirb aber bann in ber Siegelfinben, baff ber Siebhaberei ein offener Slict für baS @harateriftifc^e im Sau berJiere pr ©eite ftefjt. ©inem Segel;ren nadf; Slumenpichnen bürfte man blojj in5Jtäbd;enfdf)ulen begegnen.

®ie Hauptgrunbfähe beS Zeichenunterrichts* SJtä helfen bleiben biefelben, wennaudh ihre Ausführung in ber SJtäbcjjenfdjule eine befchränftere fein wirb, wie beim3 . S. baS Zeidpen nach ben geometrifcfien SJtobeßen beS jferbinanb SDupuiS ganjroegjufaßen hätte. Auf teinen jfaß barf baS Zeicljnen nur wie eine angenehmeUnterhaltung beljanbelt werben. SJtit bem SJtalen fann bei SJtäbdjen etwas früherbegonnen werben als bei Jünglingen, ba jene häufiger einen natürlichen ©inn fürjfarbenffarmonie unb gewöhnlich auch ben lebhafteren 23unfdff p malen mitbringen;bafür finben bie Aufgaben hinfidüidf ^ er ©dfwierigfeit früher ilpe ©renje. SJtitJntereffe unb meift nicht ohne ©efeffid malen SJtäbdjen Vflanpn unb Slumen nachber Statur. ®iefeS Jntereffe fcheint inbeS nur pm Sleil ein rein äfthetifcheS 311 fein,anberenteilS mit ber ©ewölfnung an bie üblichen funftoerwanbten Stäl;= unb ©tief*arbeiten pfammenpfjängen. ©oldhen Arbeiten, welche öfters als ©rwerbSmittel be*trieben werben, burd) ben Unterricht H^fe unb artiftifcjfe Unterlage p geben, ftefftnamentlich weiblichen gbrtbilbungSfdjulen p.

II. ÄonftruierenbeS Z e 'Chnen.*) Jn biefer Setradfftung bleibt un=

*) SDtan finbet bafür, auper bem ganj jutreffenben Slamengeometrifebeö Zeichnen"auch öfters ben SlusbrudSinearjei ebnen" gebraucht, welcher felbft bann nicht oötlig paffen