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9 (1887) Spanien - Vives
Entstehung
Seite
876
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Spanien.

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Methode von Hendrickx eingeführt. Der ^migo äs los niüos (Kinderfreund!) vonEscoiquiz, die Lesebücher von Rios, von Martinez de la Rosa, von Rubio,der Plutarch der Kinder von Jnfante, das Werk von Rosa und Cornet über dieJugend großer Männer sind brauchbar. Don Alejandro Olivan hat ein Lehrbuch desLandbaues geschrieben, dessen Text vor der Revolution von 1868 in allen Schulen erklärtwerden mußte: in der häuslichen Ökonomie folgte man Balle, in der GesundhcitslehreMonlau und Arano. Bon Eyaralar hat man einen elementaren Abriß der In-dustrie und des Handels und eine Erklärung des metrischen Systems. Der bekannteNaitrs Visrrs ist von Frankreich aus auch nach Spanien gekommen, wo er Mo ksäroü sl sabio äs 1a aläsa (Oheim Peter oder der Weise vom Dorfe) heißt. DonaPascual de Sanjuan hat eine Art vonBeispiele des Guten" herausgegeben; diegelesensten Fabeldichter sind Hartzenbusch, Basza, Samaniego und der Baronde Andilla, welchem letzteren man auch einen Blumenstrauß von elfsilbigen Distichenüber Religion, Moral, Höflichkeit*) und Gesundhcitslehre zum Gebrauch der Primär-schulen (Madrid, 1860, 12°) verdankt. Auch auf Ausstattung der Schulen und Lehr-mittel wird neuerdings große Aufmerksamkeit verwendet. Die Bilder für den Anschauungs-unterricht, der Apparat, um Silben aus Buchstaben zusammenzustecken, die Sammlungvon geometrischen und stereometrischen Modellen aus Holz, der Stammkubus für dasmetrische System, die Musterkiste (sasa snoioloxsäioa) von Don Juliano Lopez Catalanfür die xarvulos, endlich einige Modelle von Schulbänken und Schulschreibtischen zumGebrauch der Schüler haben auf der Weltausstellung von 1867 mit Recht die Beachtungder Kenner auf sich gezogen. Die Erziehung der Taubstummen ist fortwährend Gegen-stand besonderer Aufmerksamkeit geblieben: in jüngster Zeit hat inan manches von derMethode Valade-Gabel (Bordeaux) ausgenommen.

s) Privatschulen. Die Schulen der kaärss lüsoolapios haben lange Zeit hin-durch sogar in der Hauptstadt den öffentlichen Primärschulen eine sehr bedeutende Kon-kurrenz geinacht. Heutzutage, da den religiösen Körperschaften jedes Privilegium inBeziehung auf den Unterricht entzogen ist, sind die meisten Privatschulen in den größerenHauptorten unter der Leitung von Vereinen, welche einige Ähnlichkeit mit der Lritisbanä b'orslgn Lobool Looietz- in London darbieten. Die Privatlehrer sind fortan vonjeder Forderung eines Diploms oder irgend einer formellen Ermächtigung entbunden.

ä) Alle drei Stufen des Unterrichts halten jährliche öffentliche Prüfungen; diePrivatschulen sind dazu so gut verpflichtet wie die öffentlichen Schulen. Kinder, welcheprivatim zu Hause unterrichtet worden sind, werden ganz ebenso wie die anderen zu demExamen für den Eintritt in ein Kollege zugelassen: die Bedingung eines bestimmtenAlters (9 Jahre nach dem Gesetz von 1857, 10 Jahre nach dem Gesetz vom 2. Juni>868) fällt jetzt weg nach dem Erlaß vom 10. November 1868. Das Gesetz vom21. Oktober des gleichen Jahres bestimmt, daß die Privatlehrer, welche mit einem Diplomversehen sind, auch Mitglieder der Prüfungskommissionen sein können.

s) Zucht. Besondere Vorschriften legen den Lehrern die Verpflichtung auf, genaueVerzeichnisse über den regelmäßigen Schulbesuch der einzelnen Schüler zu halten. Schul-versäumnisie sind zur Kenntnis der Eltern zu bringen; wenn das ohne Wirkung bleibtKrankheitsfälle natürlich ausgenommen, so soll man bei der Lokaljunta Anzeige machen.Dieselben Vorschriften bestimmen auch die Strafen, welche man über die Schüler ver-hängen kann: der Verweis unter vier Augen, der öffentliche Verweis; Anweisung eines

*) Die Lehrbücher der Höflichkeit und des AnstandeS für die Kinder sind zum Teil höchstinteressant, insofern schon die Auswahl der Vorschrift untrügliche Anzeigen darbietet über denCharakter des Volkes, seine Vorurteile und seine Gewohnheiten im häuslichen Leben. Hierhergehört der Oonssjero (Ratgeber) äs la iuianoia: die darin vorkommende sehr vollständige Auf-zählung der in Spanien gewöhnlichsten Fehler gegen die Wolanständigkeit ist ganz naiv undpikant; nur wäre vielleicht das gerade entgegengesetzte Verfahren mit den Regeln einer gesundenPädagogik mehr in Übereinstimmung gewesen.