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9 (1887) Spanien - Vives
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Spanien.

drückt kurzweg alle den religiösen Gesellschaften rücksichtlich des Unterrichts gewährtenVorrechte. So haben denn die Schulen der barmherzigen Väter, Uuäros Lsoolupios(ungefähr mit dem französischen Orden der b'räres äe In äootriim obrötiemas zu ver-gleichen), welche lange Zeit selbst in Madrid zahlreicher besucht waren, als die öffentlichenSchulen, einfach aufgehört. Es besteht aber eine ganze Anzahl von Schulen für dieMivulos, für die ninos und für Erwachsene, welche von Laiengesellschaften gegründet sind(s. die Statistik).

i) Häuslicher Unterricht. Zu der Prüfung für den Eintritt in die Mittel-schulen*) werden die Kinder, welche den Primärunterricht, wenn auch von einem nichtmit einem Diplom versehenen Lehrer, im Hause ihrer Eltern, Vormünder oder Pflegererhalten haben, ohne weiteres zugelafsen. Die Kandidaten können sich zu jeder beliebigenPrüfung melden, ohne den Nachweis, wo und wie sie ihre Kenntnisse erworben haben;man verlangt von ihnen nur die Bezahlung der Einschreibgebüren.

U) Statistik, a) Bevor der Grundsatz des Schulzwangs in das Gesetz aus-genommen war, hatte die Anzahl der ohne alle Schulbildung gebliebenen EinwohnerSpaniens eine furchtbare Höhe erreicht. Die Folgen der Reform von l857 konnten sichsonach erst später fühlbar machen. Ein Zeugnis hierfür ist die Zählung von l860, welcheergiebt, daß

2 414 015 Personen männlichen und

715 906 weiblichen Geschlechtslesen und schreiben konnten;

316 557 Personen männlichen und

389 211 weiblichen Geschlechts

konnten nur lesen, und

5 034 545 Personen männlichen und

6 802 846 weiblichen Geschlechts

weder lesen noch schreiben.

Diese große Masse hatte gar keinen Unterricht genossen.

Seit 1857 zeigt sich ungeachtet aller Umwälzungen eine stetig steigende Besserung.Während in einem Zeitraum von 60 Jahren die Bevölkerung des Königreichs um etwasmehr als 50°/o sich vermehrt hat, ist die Zahl der Schulen doppelt so groß geworden,und die Anzahl der dieselben Besuchenden ist um 150 "/g gewachsen.**) Nach Brachellia. a. O. S. 228 wurde der Primärunterricht im Jahre 1881 in 29828 Volksschulenerteilt, welche von 1 769 602 Schülern besucht wurden. Indes ist weder die Zahl derSchulen noch das Unterrichtsergebnis in den verschiedenen Provinzen verhältnismäßig gleich.

u) Der Primärunterricht wird das ganze Jahr hindurch gegeben, nur giebtman weniger Unterrichtsstunden während der Hundstage. Die tägliche Unterrichtszeitumfaßt in der Regel drei Stunden morgens und drei Stunden nachmittags; an einigenOrten ist nur eine zusammenhängende Schulzeit täglich, von wenigstens vier Stunden mithalbstündiger Erholungspause. Die xarvulos sind den ganzen Tag in der Schule. DieAbendklafsen für die Erwachsenen dauern ll's Stunde, sie werden im Oktober eröffnetund im Mai geschlossen.

b) Lehrmethoden und Schulbücher. Infolge der Verkündigung der Lehr-freiheit hat Z 4 des Dekrets vom 14. Oktober 1868 den Lehrern die Wahl der Methodevollkommen frei gelassen. Die Artikel 16 und 17 des Erlasses vom 21. gleichen Mo-nats bestätigen diese Maßregel, und ermächtigen zugleich die Lehrer, diejenigen Schulbücherzu wählen, welche sie für die dem Geiste ihres Unterrichts am meisten entsprechenden

*) Ohne eine Bedingung in Beziehung auf das Lebensalter (Erlaß vom 10. Nov. 1868,welcher die bis dahin geforderten Taufscheine für unnötig erklärt).

**) Dafür hat die Geistlichkeit von 1797 bis I8S9 nicht weniger als 70°/o ihrer Mitgliederverloren, woraus Herr Earrido den Schluß zieht, daß in Spanien die Bevölkerung und derUnterricht in dem Maße gedeiht, als die Geistlichen abnehmen.