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9 (1887) Spanien - Vives
Entstehung
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Spanien.

eisnoias von Hnarte, 1580, anerkennen; endlich können wir die Arbeiten des Pedrode Po nee nicht mit Stillschweigen übergehen, der zuerst eine Methode des Taubstummen-unterrichts erfunden hat. *) Allein sie alle haben einen durchgreifenden und wirklichbelebenden Einfluß nicht ausgeübt; auch die freimütige Denkschrift, welche Pedro SimonAbril, Professor der griechischen Sprache zu Saragossa, über die Mängel des Unter-richtswesens verfaßte und 1589 dem Könige Philipp II. unmittelbar überreichte, hattekeinen Erfolg. **) Von vornherein verlangt er, daß die Lehrer nicht mehr in lateinischerSprache unterrichten sollen; sodann klagt er über die Unklarheit in den Lehraufträgender Professoren; ferner über die Ungeduld der Studierenden, die in ihrer Hast, dieGrade zu erlangen, sich mit mageren Abrissen und Übersichten durchschlagen, nur ober-flächliche Kenntnisse sich erwerben, und sich nicht mehr die Zeit und Mühe nehmen, diegroßen Schriftsteller des Altertums zu lesen. Eine Reform des ganzen Systems sei nichtlänger aufzuschieben. Warum lehre man in den kleinen Schulen nicht vor allem dieGrammatik der Muttersprache? Warum nur lateinisch geschriebene lateinische Gram-matiken? Warum lasse man die Regeln auswendig lernen, statt dem Gedächtnis derKinder nützliche Denk- und Sittensprüche einzuprägen, wie man ehemals pflegte, und dieRegeln durch den Gebrauch und durch die Erklärung guter Schriftsteller lernen zu lassen?Warum von vornherein immer Übersetzungen in die fremde Sprache und nicht aus derfremden Sprache? Der Unterricht in der Logik ist ihm ebensowenig befriedigend: dieLogik, meint er, ist nichts wert für sich selber, man muß sie nur in Beziehung auf ihreAnwendung behandeln, sie ist ein Werkzeug, nichts weiter. Man zerbricht sich den Kopfmit Diskussionen über abstruse metaphysische und theologische Fragen: man würde besserthun, die Beispiele aus den positiven Wissenschaften (las sisnsias äs eosas, Realwissen-schaften) zu wählen. Und die Rhetorik! Man lehrt sie in fremden Zungen, und dochhat man ja nur bei dem eigenen Volk Gelegenheit, sie anzuwenden. Die Mathematikist fast ganz vernachlässigt, zum großen Nachteil des Landes; und das wenige, was manvon ihr noch beibehalten hat, wird lateinisch vorgetragen. Keinen Lehrstuhl hat man fürAgronomie, für Baukunst, für Kriegskunst, aber eine Unzahl von Lehrstühlen für leereSpitzfindigkeiten (soüstsrias las ermiss guisn las sabs, no sabs imäa xor sabsllas,ni xor inorallss inora rmäa ei gus no las sabs; d. h. cznas gut novit, nibil novitguin istas novit, nse gnia ignorat ens, Ignoranz est is gni sas non novit). DieMoralphilosophie wird nur zum Schein studiert, nur dem Namen nach. In der Medizinwird die Anatomie zu wenig betrieben, und es giebt keinen Lehrstuhl für die Natsriamsäioa: ein Arzt habe seinen Patienten ums Leben gebracht, weil er meinte, obalz-bsbedeute Kalk. Im Civilrecht verstehe man die Ausdrücke und Texte des geschriebenenGesetzes kaum, und die Ausleger ziehen der spanischen Sprache ein barbarisches Lateinvor. Das römische Recht habe seinen unbestrittenen Wert, aber die Hauptsache wäredoch, das Recht des Königreichs in erster Linie zu berücksichtigen. Die Schreibsucht habedie Gesetze immer dunkler gemacht:das Übermaß im Disputieren ist die Geißel fürdie Wahrheit". Man sollte von den Rechtsgelehrten eine gründliche Kenntnis der Gram-matik und der Philosophie verlangen, und die Rechtsmaterien, in denen man jetzt irregehe wie in einem Labyrinth, in gute Ordnung bringen. Der theologische Unterricht selbstsei entartet; statt die Bibel und die Schriften der Kirchenväter zu erklären, schmücke mandie ungereimten Träumereien einiger Neueren mit einem geheiligten Namen und mache

*) Juan Pablo Bonet veröffentlichte einen Bericht darüber im Jahr 1820 . Die Erziehungder Taubstummen blieb in Spanien fortwährend ein Gegenstand lebhafter Aufmerksamkeit: dasspanische Fingeralphabet hat die Reise um die Welt gemacht. Daß übrigens heutzutage dieDaktylologie nur eine untergeordnete Bedeutung hat, ist bekannt. Unter den jetzt lebendenSpaniern, welche sich mit Erfolg jener schönen Aufgabe gewidmet haben, nennen wir in ersterLinie Don Juan BallesteroS in Madrid.

**) Ilsvlls äs l'instrnetion publigus s» Kranes, bl°s äss 30 jnin st 6 mai 1861 (articleäs bl. ä. bl. duaräia).