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Vaterlandsliebe.
dichte aus der deutschen Vorzeit, Leipzig 1842, vgl. die „Stimmen aus der Vergangen-heit" im zweiten Teil der Unpolitischen Lieder), das ist doch nicht der Ausdruck einesauf der Wertschätzung des specifisch deutschen Wesens ruhenden Patriotismus. Vielmehrist aus jener Zeit der erste und einzige Preis des deutschen Vaterlandes und derdeutschen Vaterlandsliebe im Gegensätze gegen andere Lander in dem bekannten GedichteWalthers von der Bogelweide enthalten, dessen Hauptgedanke in der Stropheausgesprochen ist:
Allgemeiner äußert sich erst das specifisch deutsche Nationalbewusstsein, als, die Re-sormation ankündigend und vorbereitend, überhaupt das Streben der einzelnen Völkersich regte, von dem ihre eigentümliche und selbständige Entwickelung hemmenden Bannedes Universalismus der römischen Kirche sich loszumachen. Unterstützt wurde jene Äuße-rung durch die widererwachte Bekanntschaft mit dem klassischen Altertum. Nach den hiervorliegenden Mustern haben zur Zeit Maximilians I. Humanisten, wie Wimpheling,Bebel u. a. jene patriotischen Deklamationen verfaßt, welche eigentlich die erste litterarischeVerherrlichung Deutschlands enthalten. Hutten aber hat das Verdienst, solche patrio-tische Mahnungen von ihren antiken Vorbildern unabhängig gemacht, sie mit frischer,gegenwärtiger realer Wahrheit erfüllt und sie dann auch in deutscher Sprache seinemdeutschen Volke an das Herz gelegt zu haben; wogegen selbst bei Luther zwar genugherber Tadel vorkommt gegen die deutschen Narren und Bestien, welche von dem Aus-lande sich schinden lassen bis auf den Grat, die Aufforderung aber, zu nationaler Selb-ständigkeit, Macht und Ehre sich zu erheben, in den an die ganze Christenheit gerichtetenMahnungen zum Krieg wider die Türken untergegangen zu sein scheint. Als aber nachdem Augsburger Religionsfrieden durch die unpatriotische Politik der katholischen und dieUneinigkeit der protestantischen Fürsten Deutschland dem Ausland gegenüber immer mehrbloßgestellt und geschädigt wurde, da erhoben Männer, welchen das Wol des Vater-landes am Herzen lag, ihre Stimmen lauter zur Wahrung seiner heiligsten Interessen.Es mag uns in der gegenwärtigen Zeit zum Tröste gereichen, daß diese Stimmenbesonders kräftig aus dem Elsaß herüber erschallen aus dem Munde Fischartsund, 50 Jahre später, Moscheroschs oder Philanders von Sittewald, während gleich-zeitig an der Ostmark des Reiches Bartholomäus Ringwald und Friedrichvon Logau für deutsche Art und Ehre eintraten, und der Schwabe Weckherlin vonEngland herüber seine Freiheit und Vaterlandsliebe atmenden Lieder erschallen läßt.Auch Martin Opitz, Balthasar Schupp, Johann Rist u. a. haben unterdem Jammer des dreißigjährigen Krieges das Ihre gethan, um Deutschland seine Kronezu erhalten, oder die dahingesunkene in patriotischem Schmerze zu beklagen. Und noä'am Schluffe des traurigsten Jahrhunderts in der Geschichte unseres Volkes bezeugtHans Aßmann von Abschatz (ff 1609), daß in dem gesunkenen Volke die Zuver-sicht auf eine künftige Auferstehung noch nicht völlig erstorben war, in seinein mannhaftenGedichte „Eisenhütlein", dessen kühne Zuversicht erst in unseren Tagen ihre volle Erfüllunggesunden hat:
Nun ist es Zeit zu wachen, Herbei, daß man die Kröten,
Ich hän lande vil gesehen,
Und nam der besten gerne war:
Übel müezc mir geschehen,
Künde ich ie min herze bringen dar,
Daz im wol gevallenWolle fremcdc site.
Nü waz hülfe mich, ob ich unrehte strite?Tiuschiu Zuht gllt vor in allen.
Eh' Deutschlands Freiheit stirbtUnd in dem weiten NachenDes Krokodils verdirbt.
Die unfern Rhein betreten,Mit aller Macht zurückeZur Son' und Seine schicke-