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Türk.
größtenteils aus des Urhebers eigenen Mitteln errichtet, zu einer Zeit, wo die anderenLeibesübungen in Preußen verpönt waren. In den ersten zwölf Jahren hatten mehrereTausende hier das Schwimmen gründlich erlernt. Die Friedensgesellschaft, amReformationsfeste 1818 gegründet, ist ein Verein zur Unterstützung talentvoller, aberunbemittelter junger Leute, welche sich dem Studium oder der Kunst widmen. VerwandteZwecke verfolgen der Fonds zur Erziehung und Unterstützung verwaiseterMädchen, eine Stiftung, veranlaßt durch Ideen, welche heute der inneren Missiondienen, eine Kinderbewahranstalt (10. April 1829) und eine Suppenanstalt(1840). Fördern diese Vereine oder Stiftungen die christliche Armenpflege, so war dieSorge für die Pflege des Seidenbaues (von 1825 an), welcher Türk auch in ver-schiedenen Schriften Ausdruck gegeben hat, mehr darauf gerichtet, der Verarmung vor-zubeugen. Bei weitem die bedeutendsten Unternehmungen sind: das Civilwaisenhauszu Potsdam und die Waisenversorgungsanstalt zu Kl.-Glienicke. Zur Gründungdes ersteren gab Türk den ganzen Erlös aus dem Verkaufe seiner Gemäldesammlung,die er mit großer Liebe und unter großen Opfern angelegt hatte. Am Weihnachtsabend 182Vward der erste verwaiste Knabe, ein Predigersohn ausgenommen; am 21. Februar 1825erfolgte die königl. Bestätigung und 1841 durfte Türk schreiben: „Der König und der
arme Schullehrer, der Minister und der Bürger, Reiche und Arme, aus der Nahe undaus der Ferne, evangelische und katholische Christen, auch Bekenner des mosaischen Glaubensnehmen sich seiner wolwollend an." Jetzt ist dies Waisenhaus eine wolfundierte, blühendeAnstalt, in welcher vorzugsweise arme Waisenknaben, deren Väter Lehrer, Geistliche,Beamte waren, so lange erzogen werden, bis sie die Reife zur Ergreifung eines Berufesoder zu dem Abgänge zur Universität erlangt haben. Unterrichtet werden die Zöglingein den verschiedenen Schulen der Stadt, so daß sie durch ihre Zugehörigkeit zu demWaisenhause doch nicht vom Leben unter anderen Knaben abgelöst werden. Da nun aberdieses Waisenhaus so große Dimensionen annahm und durch seine Entwickelung namentlichfür den höheren Mittelstand ein Segen wurde, so drängte es Türk, auch für den niederenMittelstand etwas zu thun, sich vorzugsweise der Waisen von Landschullehrern und vonsolchen Männern anzunehmen, welche die Befreiungskriege mitgcmacht hatten. Er genügtediesem Verlangen durch die Errichtung der Waisenversorgungsanstalt zu Klein-Glienicke bei Potsdam. Dort gelang es ihm, „Pestalozzis Lieblingsplan auszuführen:die Erziehung armer Waisen auf dem Lande zu besorgen und mit ländlichen Arbeiten zuverbinden." Auch hier legten die persönlichen Opfer, welche Türk brachte, den Grund;auch hier wurde reichlicher Segen erfahren, und die Anstalt hat gedeihlichen Fortgangund ist auch für die Zukunft fest begründet.
Nach seiner Pensionierung nahm Türk seinen Wohnort in Kl.-Glienicke und widmeteseine Kräfte der Pflege seiner Stiftungen und der Schriftstellerei, die er vierzig Jahrelang mit Fleiß und Eifer getrieben, die aber überall doppelten Bezug auf seine Amts-thätigkeit hatte, insofern, als sie einerseits aus derselben hervorgieng oder zu ihrer Förde-rung geschah, anderseits ihr materieller Ertrag einer seiner Stiftungen gehörte. SeinErstlingswerk haben wir oben ausführlich beschrieben; die nächstfolgenden Schriften be-trafen die Erfahrungen, die er an anderen Lehranstalten oder bei seinen eigenen Versuchengemacht hatte. So die Briefe aus München-Buchsee über Pestalozzi und seineElementarbildungsmethode. Leipzig 1806; die Beiträge zur Kenntnis vondeutschen Elementarschulanstalten, namentlich derer zu Dessau, Leipzig, Heidel-berg, Frankfurt a. M. und Berlin. Leipzig 1806; die Nachricht von dem inOldenburg angestellten Versuche iu pestalozzischer Lehrart. Olden-burg 1807. Von da an erschienen einige speziell auf die Methode bezügliche Arbeiten,wie die sinnlichen Warnehmungen. Aarau 1811; die Erscheinungen inder Natur. Essen bei Bädecker 1812, die Gegenschrift zu Pestalozzis Buch derMütter, später ins Englische übertragen; dann drei Bücher über den Unterricht iniRechnen und in der Formenlehre. 1817, 1819 und 1821. Das eine von