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9 (1887) Spanien - Vives
Entstehung
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Turnailstalt.

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offenes Gesperre zeige. Die Architekten haben eine Vorliebe für offene Gesperre, weildieselben dem Turnraume ein großartiges Ansehen geben. Man kann sich aber bald da-von überzeugen, daß die offenen Dachräume dem eigentlichen Turnraume die Wärme ent-ziehen, während im Sommer die Sonne das Dach so erwärmt, daß wenigstens am Tageeine lästige Temperatur im Turnsaale erzeugt wird. In dem Borgedachten ist derjenigenRäumlichkeiten der Turnanstalten gedacht, die als unbedingt notwendig angesehenwerden müssen. Fast überall haben außerdem noch Nebenräume: Eingang, Korridor,Kleiderzimmer, Fechtsaal, Lehrer- nnd Hausmannswohnung, Konferenzzimmer u. dgl. ihreangemessene Berücksichtigung erfahren. Im ganzen hat man sich bei solchen Anlagen andas Notwendige und Einfache gehalten; hier und da verflieg man sich bis zu Säulen-hallen, Gallerieen und Logen für die Zuschauer, ab und zu sogar zu besonderem architekto-nischen Schmuck.

Was die Ausrüstung einer Turnanstalt mit Turngeräten anlangt, so hat dabeidie Neigung zur Abwechslung einer Vermanigfachung der Turngeräte besonderen Vorschubgeleistet. Doch ist auch seit Spieß das Bestreben sichtbar, mehr Einfachheit und Zweck-mäßigkeit in die Konstruktion der Turngeräte, wie Einheit in die Gruppierung derselben,namentlich für Unterrichtszwecke, zu bringen. Überblickt man die Turngeräte einer Turn-anstalt, so lassen sich dieselben der Hauptsache nach in Hang- und Stemmgeräte, sowiein das Spring-, Kletter- und Voltigierzeug zusammenfassen. Als hauptsächliche Hangel-geräte sind Reck, Stangengerüst, Hangschaukel, wagerechte und schräge Leiter, Schaukel-ringe und Rundlauf im Gebrauche, während zu Stemmübungen vorzugsweise der Banendient und für diesen als Ersatzmittel zuweilen der Stemmbalken und Querbaum zurAnwendung kommen. Zum Voltigieren dient das bekannte gepolsterte Schwingpferd, zurVorübung der Springbock. Für Erwachsene sind neuerdings Springtische und Sprung-kasten in Aufnahme gekommen; das letztere Gerät ist in der norddeutschen Armee ein-geführt. Ein neues TurngerätSchwebebarren" nimmt in der württembergischen Turn-schule eine hervorragende Stellung ein. Dieses höher und tiefer zu stellende eiserneTurngerät besteht der Hauptsache nach aus zwei Barrenholmen, die in wagerechter Lagezu den gewöhnlichen Stütz- und Hangübungen benutzt werden, während sie bei senkrechterStellung wie ein Stangenpaar zum Klettern dienen. Das Hängen des Barrens in derSchwebe macht denselben zum Schiebe- und Ziehkampf geeignet, wenn sich zwei oder mehrTurner an den Querrahmen gegenüberstcllen. Für Kletter- und Steigeübungen dienenSteige- und Sprossenmasten, Kletterstangen, Klettertaue, Strickleiter und Knotentaue,zum Schwebegehen: Schwebekanten, Schwebestangen, Schwebebaum und Gehschaukel.Sprungbretter, Trampolin (elastisches Sprungbrett), Sturmlaufbrett und Springet zumAuflegen der Springleinen, sind bekannte Hilfsmittel beim Springen. Zu den beim Turnenin Gebrauch kommenden Handgeräten (Hantel, Keulen, Holzstäbe rc.) sind neuerdings nochdie JägerschenEisenstäbe" gekommen, die in einer Länge von 3 Fuß und bei einerSchwere von 37 Pfund zu allerlei fechtartigen Bewegungen und Stabschwüngen,namentlich bei den Freiübungen, wie beim Bajonnetfechten mit dem Gewehre benutztwerden und zugleich zur Belastung der Arme dienen.

Da die Turnanstalt mit ihren Einrichtungen durch Einheit und Zusammenstimmunzin sich selbst und zum Zwecke der Sache ein harmonisch abgeschlossenes Ganzes bildenund einen künstlerischen Eindruck gewähren soll, so ist auf eine geschickte und sachgemäßeAufstellung der Turngeräte besonders zu sehen. Namentlich in Turnanstalten für Schulenwar man darauf bedacht, den Turngeräten eine solche Einrichtung zu geben, welche dieMassenübung auch an den Geräten ermöglicht. Durch den Langbarren, den Stangenwaldund andere Vervielfältigung der Turngeräte hat man diesem Bedürfnisse der Massenübungbei Schulklassen zu genügen gewußt. Wie auch bei kleinem Raume eine Turnanstaltdurch eine sinnreiche Kombination von verstellbaren, und in den Boden versenkbarenTurngeräten zweckmäßig ausgerüstet werden könne, hat H. Kluge gezeigt in dem Aufsatze: