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9 (1887) Spanien - Vives
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Südamerika.

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entwickeln und auch auf die Professoren und Lehrer belebend zurückwirken, derenUnterricht um so weniger abhängig und dem Bedürfnis der jungen Geister um so besserangepaßt werden wird, je mehr es ihnen möglich gemacht ist, die Grundlagen ihres Un-terrichts nicht aus der Ferne herholen zu müssen. Um die Reform vollständig zu machenund dein angestrebten Ziele so nahe als möglich zu kommen, müßte man es aber nunauch dahin bringen, daß der Segen der ersten Erziehung über die niederen Bevölkerungs-klassen und über die angesiedelten Indianer in gleicher Fülle sich verbreiten kann.

Vor allem bedarf die Erziehung des weiblichen Geschlechtes der Verbesserung. DieTöchter der wolhabenden Klassen lernen Französisch und Musik gerade so viel als nötigist, um in der Gesellschaft eine Rolle spielen zu können und imstande zu sein, eineUnterhaltung über eitle und nichtige Dinge zu führen; dann verheiratet man sie undverurteilt sie sofort zu einer fast klösterlichen Zurückgezogenheit. Sie lesen nicht, denn siehaben nichts zu lesen: ihr Geist verengt sich. Das Herkommen will, daß sie sich wenigmit ihren Kindern abgeben: diese leben in Gesellschaft der Dienerschaft. Die litterarischeBewegung zeigt dieselbe Schlaffheit: die brasilischen Dichter besingen die Liebe ganz sowie sie die Religion und das Vaterland besingen; die meisten ihrer Gedichte aber trageneinen gewissen Charakter schwärmerischer Idealität ohne Ursprünglichkeit und frische Kraft;es ist nichts daran zu loben als die Reinheit der Empfindungen und der Wolklang derSprache. Was der gegenwärtigen Generation fehlt, das ist Kraft und jenes energischeSelbstvertrauen, welches die Nordamerikaner auszeichnet. Vor allem aber ist es wichtig,durch die Erziehung die Frau in ihren eigenen Augen zu heben und ihre Stellung inder Familie nicht so bedeutungslos zu lassen; ihre Söhne werden die ersten sein, welchedas Erwachen ihres Geistes an sich selber spüren werden.

Anhang. Tie drei Guayanas mit 8400 Quadratmeilen und 310 000 Einw.,darunter mehr als ^/a Neger und 60,000 Kulis. Quellen: W. Ralegh <1596),Humboldt, F. Denis (In Lindaus sto. 2 t. Uaris. 1823. 12), Schomburgk,Dalton sHistor^ gl Lritisb 6niu.ua. 2 t. Tonä. 1855. 8), Friedmann (Zuständevon Niederländisch Guiana im Jahre 1858 in Petermanns geogr. Mittheilungen N. F.Bd. XI. 1861), /pnZs kiton (Vo)'g.g6 ü tüaxsnns, 2 vol. karis. 1805. 8),Wappäus (Südamerika S. 495 ff.), die Lsvus coloniale.

a) Englisch Guyana: auch hier finden sich unter 130 000 Einwohnernkaum 12 000 Weiße. Man darf nicht erwarten, hier einen sehr hohen Standintellektueller und sittlicher Bildung zu finden. Die Sittenlosigkeit ist groß, regelmäßigeEhen sind verhältnismäßig selten. Man schickt aus ungesetzlichen Verbindungen meistensmit Farbigen entsprossene Kinder häufig nach Europa, um sie dort erziehen zu lassen:sie kommen feingebildet und unterrichtet zurück, aber sobald sie den Fuß auf den Bodender Heimat gesetzt haben, werden sie wie Parias behandelt. Die Sklaverei ist abgeschasft,aber das Vorurteil ist geblieben: so reich sie oft sind durch ihre Väter, die Weißenverachten sie doch. Das ist ein trauriges sociales Bild; im spanischen und portugiesischenAmerika findet sich nichts dem Ähnliches. Im Jahre 1851 waren nur 9938 römischeKatholiken im Lande, die Zahl der Hindus und Muhammedaner belief sich auf 7037,der ganze Rest der Bevölkerung gehörte den verschiedenen Kirchen und DenominationenGroßbritanniens an; die Angaben fehlten über die Religion von 21710 Menschen.Methodiftische, wesleyanische, babtistische u. a. Missionäre wirken unter den Negern undIndianern; die letzteren werden auch von einigen katholischen Priestern besucht. Wappäusgiebt uns folgende Schulstatistik: 1857 gab es 103 Schulen, die ganze Schülerzahl imJahre 1860 betrug 4820. Georgetown mit 37 000 Einw. besitzt eine gute höhereSchule (Husens eoilsgs). Nach dem Census von 1851 konnten von den damaligen127 695 Einw. nur 12 952 lesen und schreiben; 11 466 konnten bloß lesen.

b) Holländisch Guayana leidet unter der Nachwirkung der Sklaverei und unter-er großen Sittenlosigkeit der Bewohner; auch die Frauen ergaben sich der Zügellosigkeit