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9 (1887) Spanien - Vives
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Südamerika.

einmal alle Bistumssprengel sind mit Seminarien versehen*). Die Regierung hat dieAbsicht, theologische Fakultäten zu stiften: wir haben gesehen, daß sie vorläufig Kurse deskanonischen Rechts an den Juristenfakultäten eingerichtet hat. Früher war die Erziehunzder jungen Priester vorzugsweise den Jesuiten anvertraut gewesen: sie sind eigentlich nichtersetzt worden und die Klöster sind überhaupt im Aussterben (Koseritz S. 150). Krafteiner Übereinkunft mit den Bischöfen gewährt der Staat (nach dem Dekret vom 22. April1863) den Seminaren der Bistumssprengel eine Unterstützung unter der Bedingung, daßan denselben Lehrstühle besetzt werden sollen für Latein, Französisch, kirchliche Rhetorikund Kanzelberedsamkeit, für Mlosoxbia, raeionul e moral", heilige Geschichte undKirchengeschichte, dogmatische Theologie, Moraltheologie, kanonische Institutionen, Liturgikund gregorianischen Gesang. Die Gehalte der Professoren sind auf 1000 Milr. fest-gesetzt; sie werden von den Bischöfen gewählt aus den Kandidaten, welche eine aus Ab-geordneten des Staats und der Kirche zusammengesetzte Kommission geprüft und aus-genommen hat. Die Regierung kann die Amtsentsetzung eines Professors verlangen; dieBischöfe ihrerseits haben das Recht, dieselben abzusetzen wegen Unfähigkeit, wegen Unsitt-lichkeit und auch aus Gründen der Lehre- Die Unterstützung der Seminare belief sich18691870 auf 115,000 Milr. Außerordentliche Bewilligungen sind neuerdings zu-gestanden worden für die Herstellung besserer Lokale.

Christianisierung und Civilisation der Indianer (oateebess s eivilisapsio lasInllios). Die Lslatorios sind jedes Jahr mit den Klagen der Regierung gefüllt überdie Unzulänglichkeit der Mittel, welche angewendet werden, um die Indianer zu civilisierenund zu bewegen, ihrer unstäten Lebensweise zu entsagen. Es genügt nicht, ihnen Ländereienanzuweisen, man muß sie an das Leben in den uläoas (für die Indianer angelegte Dörfer)gewöhnen. Nun ist aber die Leitung dieser Niederlassungen mehr als einmal in schlechteHände gekommen: die braunen Ansiedler wurden auf tausenderlei Art ausgebeutet undgebrandschatzt, man hatte nichts geerntet als Mistrauen und Haß. Die Macht derRegierung und der Provinzen reicht nicht bis in die Wildnisse des Innern; nur eines,das religiöse Element märe imstande, durch seine Einwirkung die Hindernisse zu über-winden und Frieden zu stiften. So hatten die Jesuiten diese Aufgabe verstanden: dieseGerechtigkeit muß man ihnen widerfahren lassen, welchen Tadel sie auch sonst wegenihrer ehrgeizigen Absichten verdient haben mögen, und trotzdem daß ihre Erziehungsmethodeetwas Erkünsteltes an sich hat. Und so verstehen diese Aufgabe auch die brasilischen Re-gierungsbehörden, welche nicht blind bleiben konnten in Beziehung auf die Folgen derübereilten Beschlüsse Pombals. Aber der Nachwuchs an Missionären, zumal an wahr-haft einsichtsvollen und aufopferungsfähigen Priestern, ist schwierig zu erlangen. DieKlöster gehen, wie schon bemerkt, ein und in Wahrheit gelten in Brasilien diese Zufluchts-stätten wenig für lobenswert. Doch müssen wir hier sogleich bemerken, daß die seit 1840in Rio, Bahia und Olinda eingezogenen italienischen Kapuziner eine rühmliche Ausnahmemachen: die Protestanten stimmen hierin init den Katholiken überein**). Ebenso kannman nur Gutes sagen von den französischen Lazaristen, welche vorzugsweise an denHospitälern, Gefängnissen, Irrenhäusern thätig sind; von den Benediktinern, die sich mitEifer den Schulen widmen, und von den barmherzigen Schwestern, welche hier wie überallchristliche Heldinnen sind, deren Verdienste aber nicht überall gewürdigt werden, wovondie empörenden Scenen zeugen, die bei ihrem ersten Auftreten in Bahia iin Jahre 1857stattgefunden haben. Bei dem regulären Klerus findet sich übrigens kaum eine Pflanz-

*) Diese Sprengel sind an Zahl 12, nämlich die der Bistümer: Belöm (f- d. ProvinzenAmazonas und ParL), Stlo Luiz (Maranhllo und Piauhy), Fortaleza (CearL), Olinda (Pernrm-buco, Rio gründe do Norte, Parahyba und Alagöas), Bahia (Erzbistum, f. Bahia und Ser-gips), Rio de Janeiro (Rio, Espirito santo und Santa Catharina, Marianna und DiamantimMinas geraes), Goya; (Goyaz) und Cuvabä (Mato grosso). Die Sprengel von Fortaleza undDiamantina haben noch keine Seminare; doch hat die Regierung Geldmittel dazu versprochen.

**) Wappäus a. a. S. isiz.

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