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Südamerika.
b) Medizinische Fakultäten. Aus demselben Grunde wie für die juristischenFakultäten giebt es in Bahia Vorbereitnngskurse (aulas wsnorss), welche ganz nachdenen des collsZio äs Usäro II. eingerichtet sind: die Kurse an der eigentlichen Fakultätheißen aulas masorss. Die Fakultäten in Bahia und in Rio sind durch ein Dekret vom29. April 1865 reorganisiert worden; die letztere besitzt eine Bibliothek von 25 00VBänden. Die Studien umfassen 6 Jahre und sind folgendermaßen eingeteilt: l. Jahr:Physik, Botanik, Zoologie, beschreibende Anatomie; 2. Jahr: Chemie und Mineralogie,beschreibende Anatomie, Physiologie; 3. Jahr: organische Chemie, allgemeine Pathologie,äußerliche Pathologie, äußerliche Klinik; 4. Jahr: allgemeine Anatomie und Pathologie,innerliche Pathologie, topographische Anatomie und anatomische Übungen, äußerliche Klinik;5. Jahr: theoretische und praktische Pharmacie, Llatsria msäisa und Therapie, Geburts-hilfe, innerliche Klinik; 6. Jahr: Hygiene und Geschichte der Medizin, gerichtliche Me-dizin und Toxikologie, innerliche Klinik. Für die Pharmaceuten und Geburtshelfer giebtes ein besonderes Programm, welches für jene 3, für diese 2 Jahre umfaßt: die Zög-linge besuchen übrigens die gewöhnlichen Vorlesungen an der Fakultät. Außer den Hospi-tälern (welche welche in Brasilien, namentlich in den Kliniken des Santa Casa zu Rio(Koseritz S. 128) im allgemeinen sehr gut eingerichtet sind) stehen den Studierenden einchemisches Laborarorium, ein botanischer Garten, physikalische und naturgeschichtliche Ka-binette, Sammlungen von Droguen für die matsria msäiea und von chirurgischen In-strumenten zu Gebote; dazu eine pharmaceutische Offizin und ein anatomisches Theatermit Präpariersälen. Das Professorenkollegium ist organisiert wie in den Rechtsfakultäten.Der Direktor muß Arzt sein. Die zur Immatrikulation sich Meldenden haben sich einemAufnahmsexamen zu unterziehen, welches für die Pharmaceuten und Geburtshelfer ein-facher ist als für die andern: unter 16 Jahren wird keiner ausgenommen. Personenweiblichen Geschlechts werden zu den geburtshilflichen Vorlesungen zugelassen, aber siemüssen 21 Jahre alt sein. Das Diplom eines baobarsl vom eoUsgio äs Usäro II.dispensiert vom Aufnahmsexamen: auch die anderen Dispensationen sind ganz die gleichenwie bei den Rechtsfakultäten. Die Professuren werden besetzt durch einen Konkurs unterallen oxxositorss (Adjunkten); doch können auch andere Doktoren der Medizin konkur-rieren auf ein Gesuch bei der Regierung. Die Stellen der Oxxositorss werden denPreisträgern eines Konkurses unter Doktoren der Medizin zu teil, auf Präsentation vonseiten der ocmgrsgayäo u. s. f. Doktoren, welche im Auslande promoviert haben,können sich habilitieren, allein die Formalitäten, welche man dabei zu erfüllen, und dieSchwierigkeiten, welche man zu überwinden hatte, waren derart, daß diese Bestimmungdes Gesetzes in der That nur illusorisch erschien, und zwar umsomehr, als hier dieFakultäten der Kontrolle der höheren Behörde gänzlich entzogen sind*). — Eine er-wähnenswerte Bestimmung ist folgende: alle fünf Jahre hat die Fakultät der Regierungeinen Professor vorzuschlagen, dem die Ausführung bestimmter wissenschaftlicher Unter-suchungen, oder das Studium der besten Methoden und Einrichtungen an den berühmtestenausländischen Universitäten zu übertragen ist. Besoldungen: der Direktor erhält jährlich2800 Milr. Fixum und 1200 Gratifikation; die Usntss Oatlrsäratisos resp. 2000 und1200 Milr.; die Oxxositorss 1200 und 600 Milr. — Was den Besuch betrifft, so sindbeide Fakultäten, von Rio und von Bahia, im Wachsen begriffen, wie die folgende Tabelle zeigt:
(Siehe die Tabelle auf nächster Seite.).
Im Jahre 1867 wurden in Rio 19, in Bahia 9 Doktoren kreiert, und resp. Hund 8 Pharmaceuten. Im Jahre 1870 haben in Rio 44 Mediziner ihre Schlußprüfungbestanden, in Bahia 40; und resp. 60 und 50 Pharmaceuten (man klagt über die ge-ringen Leistungen der letzteren im praktischen Examen). Augenscheinlich ist man vorwärtsgekommen, allein man ist noch lange nicht so weit, daß man eine den Bedürfnissen derBevölkerung entsprechende Anzahl von wissenschaftlich gebildeten Ärzten liefern könnte.
y Wappäus a. a. O. S. 1526.