Südamerika.
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Existenz von Klassen für eine höhere Ausbildung und für das Komponieren hängt jeder-zeit von den Einkünften der Gesellschaft und von den Fortschritten im gewöhnlichenUnterricht ab. Alle 5 Jahre kann ein „Staatspensionär" (welcher Preisträger bei demgroßen Konkurs ist) nach Europa geschickt werden. Auch hier wie überall werden jähr-liche Konkurse abgehalten und Grade erteilt. Im Jahre 1867 zählte das Konservato-rium 143 Zöglinge (98 männliche und 45 weibliche); im Jahre 1870, 155 (resp. 66und 89).
Landwirtschaftliche Anstalten. Wir führen an 1) 0 Importal Institut»llnbiano äs ^.grioultura, welches auf dem Gute eines Franziskanerklosters errichtetworden ist, aber bis jetzt finanziell zu gering ausgestattet ist, um zu leisten, was manvon ihm erwartet; 2) eine Lsoola aFrieola. in der Provinz Maranhko; 3) das ImperialInstitut» Lorgipano äs ^griouitura, bei Aracajü in der Provinz Sergipe, in einerMusterplantage, welche sehr zu gedeihen scheint; endlich 4) die Lseoia xraotiea äs L.gri-eultura, gegründet von der Gesellschaft Dniko s Inäustria auf der Kolonie Pedros II.,an der von derselben Gesellschaft erbauten schönen Chaussee, welche Petropolis, „dasSommerparadies der bllumiusnsss" *), mit Juiz de Fora verbindet. Die Gesellschafthat mit der Regierung über die Benützung eines beträchtlichen Striches Land einen Ver-trag geschlossen; im Jahre 1870 hatte sie auf die landwirtschaftliche Schule bereits dieSumme von 58,785 Milr. verwendet. „Auf dem damit verbundenen Gute," sagt Wap-päus (S. 1530), „sollen die Hauptkukturpflanzen des Landes nebeneinander nach ratio-neller und hergebrachter Methode gebaut werden, um den Vorteil der erstem praktisch zudemonstrieren, und hat der Direktor auf einer Reise nach Europa für die Wirtschaftnicht allein landwirtschaftliche Instrumente und Maschinen, sondern auch landwirtschaftlicheHaustiere der besten Racen erworben, um auch dadurch einer der ersten Bedingungenfür eine verbesserte Landwirtschaft, der Racenverbesserung der Arbeitstiere, genügen zukönnen."
Über die Provinzial-Handwerksschulen (Lssoias äs säucunäos ^.rtikisss),welche namentlich in den Provinzen Amazonas, Maranhko, Pernambuco und Piauhp ge-gründet worden sind, fehlen genaue Nachrichten.
Erziehung der Blinden und Taubstummen. Die brasilische Regierung, derenSorgfalt für alles, was Wolthätigkeits - und Unterstützungsanstalten für Arme undLeidende angeht, auch sonst rühmlich bekannt ist, hat sich schon lange auch der eben be-zeichnten Unglücklichen angenommen. Rio besitzt ein Blindeninstitut und einTaubstummeninstitut. Das erstgenannte gehört dem Staat an und ist durch dieBestimmungen vom 12. September und vom 18. Dezember 1854 geordnet; das letztereist bis jetzt noch eine Privatanstalt, aber der gegenwärtige Minister denkt daran, ihmeinen offiziellen Charakter zu geben. Das Blindeninstitut (Institut» äos Nsninosoegos) steht unter der Oberaufsicht eines Regierungskommissärs. Das Personal bestehtaus einem Direktor, einem Hauskaplan, Lehrern und Repetenten; auch ein Arzt ist derAnstalt beigegeben. Alle Zöglinge sind Interne; sie gehören den verschiedenen Provinzendes Reichs an. Der Unterricht umfaßt die gewöhnlichen Fächer des Primärunterrichts,außerdem allgemeine Geschichte, politische, physische und astronomische Geographie, dieganze Arithmetik, die Algebra bis zu den Gleichungen des 2. Grades, ebene Geometrie,Physik und einiges aus der Chemie. Der noch nicht genügende Unterricht in Handarbeitengewinnt an Boden. Die Zöglinge beschäftigen sich viel mit Musik, — und mit Klavier-stimmen; auch eine Druckerei und Buchbinderwerkstätten sind vorhanden. Die Mädchenmusizieren und machen weibliche Arbeiten. Im Jahre 1870 zählte das Blindeninstitut27 Zöglinge (18 Knaben, 9 Mädchen), von welchen 4 zahlende. Das letzte Rslatori»
*) So nennt man die Bewohner von Rio de Janeiro (rio --- timnsn).
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