322
Südamerika.
zu erstatten. Uin die Delegierten zum fleißigen Arbeiten anhalten zu können, wäre esbesser sie zu besolden. Der Sekretär mit seinen amauuellsss (Assistenten), welche schlechtbezahlt (mit 60 Milreis den Monat!) und mit Arbeiten überladen sind, ist selbst auchärmlich besoldet und ohne Aussicht auf Vorrücken im Amte; sie alle haben ein Recht aufeine Verbesserung ihrer Stellung. Unter dem Ministerium Olinda war die Rede davon,die Pfarrer (xaroollos) zu der Aufsicht über die Schulen beizuziehen; wir finden übrigensnirgends, daß diesem Plane Folge gegeben wäre.
Statistik. Das Misverhältnis zwischen der Zahl der Schulkinder und der Zahlder Kinder in schulfähigem Alter ist mit Ausnahme der großen Städte so schreiend, wiein den am meisten zurückgebliebenen Staaten des spanischen Amerika. Zu Ende desJahres 1883 betrug die Gesamtbevölkerung des Reiches etwas über zwölf Mil-lionen Seelen, darunter 1 300000 Sklaven. Für das Municipio da Cürte zählt das
Lelatorio von 1871 426 483 Freie, nämlich 191 002 in den städtischen, und 235 381in den ländlichen Sprengeln. Dieselbe Veröffentlichung giebt uns folgende Zählung derjüngeren Altersklassen:
Unter 21 Jahren.
Männlichen Geschlechts: 15 524
Weiblichen Geschlechts: 10 444
Zusammen: 25 968
Den Schulbesuch zeigt folgende Tabelle:
Unter 14 Jahren. Unter 7 Jahren.12 177 13228
10910 12494
23 087 25 722
Öffentliche Schulen
!
Privatschulen
Summe.
Gesamt-
summe.
ersten
Grades.
zweiten
Grades.
Summe. ^
erster
Stufe.
zweiter
Stufe.
Knaben . . .
2480
354
2834
3403
1975
5378
8212
Mädchen . . .
1903
1903 !
2325
876
3201
5101
Zusammen:
4383
354
4737
5728
2851
^ 8579
I33I6
Wenn man nun alle nötigen Vorbehalte, z. B. für die noch ganz jungen Kinder,gehörig beachtet, ergäbe sich aus der Vergleichung dieser Ziffern, daß die Primär- undSekundärschulen ein wenig mehr als ein Sechstel aller Kinder im schulfähigen Alteraufnehmen. Wir bemerken, daß die eine Seite dieser Aufstellung verhältnismäßig günstizist, was die wolhabenderen Klassen betrifft, welche, wie bereits gesagt wurde, die Privat-schulen vorziehen; die andere Seite, in Beziehung auf die ärmeren Kinder, ist wenigerbefriedigend. Aber welch einen Unterschied zeigt das übrige Kaiserreich! Man wirddarüber aus den folgenden zwei Tabellen urteilen können, welche übrigens nur die Primar-schulen betreffen. Die erste ist von Wappäus nach den Berichten von 1864 aufgestellt;es fehlen darin sechs Provinzen.*)
Die 10 111 Kinder ferner, welche im Jahre 1870 die Primärschulendes Municipio daCOrte besuchten, waren in 158 Anstalten verteilt, nämlich in 47 öffentlichen Schule»ersten Grades (26 Knaben- und 21 Mädchenschulen) und 109 Privatschulen (54 Knaben-und 55 Mädchenschulen**). Die Zunahme des Schulbesuchs betrug seit 1865 in de»ersteren 9 01, Schüler. Sie sind weniger zahlreich als die Privatschulen, aber sie nehmen,wie man sieht, verhältnismäßig viel mehr Schüler auf.***)
*) Die Regierung hatte aus denselben keine Nachweisungen erhalten können.
**) Von diesen Schulen sind 45 ausschließlich ersten Grades; die übrigen haben auch Kurstder sekundären Unterrichtsstufe.
***) Das Relatorw von 1871 spricht es aus, daß heutzutage die meisten Schullehrer ihreStellen sehr tüchtig versehen.