Spener.
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gemeiniglich das, was mit Unklugheit und Heftigkeit vergeblich versucht war, auch späterniemals glücklicher wider ausgenommen wird, sondern die ganze Sache sich durch denersten Irrtum als verloren zeigt."
2. Was wir eine katechetische Methodenlehre nennen, das findet sich bei Spenernoch in höchst bescheidenem Maße vor. Es ist richtig, was Thilo (a. a. O. S. 38)von ihm sagt: er habe mehr allgemeine sittliche Grundlehren geltend gemacht, von welchensich die Geistlichen bei ihrer katechetischen Wirksamkeit leiten lassen sollen, als technischeRegeln; „einem Freunde", äußert er einmal, „schreibe ich kein Gesetz vor, sondern lassezu, daß andere ihre eignen Gedanken haben und ihrem Zuge folgen." „Gewandte undgeleckte Katecheten zu erziehen", sagt Thilo S. 32, „darauf kam es dem frommen Mannenicht an, sondern solche, die in christlicher Treue, Würde, Besonnenheit und gemütvollerEinfalt ihr Werk treiben." „Vor allem", so lautet eine hierher gehörige Stelle hebend.S. 35), „müssen wir, die wir andere zu unterweisen begehren, darauf unsre Mühe richten,daß wir selbst in lebendiger, wahrer und heilkräftiger Erkenntnis mehr und mehr fort-schreiten und uns in das Bild unsers Herrn erneuern lassen . . . Das war dieMethode der heiligen Altväter, deren auch der Herr selbst sich bedient hat, daß wir nichtanders sprechen und lehren, als wir selber thun oder zu thun uns befleißigen." Außerder überhaupt zum Lehren nötigen Körperkraft fordert er auch insbesondere einen „ziemlichheiteren Geist, die Munterkeit des Lehrenden müsse die Munterkeit der Lernenden an-regen." So liegt eigentlich auch in dem Satze (Thilo S. 43): „Ich bin der Simplicitätzugethan und einer solchen Anordnung beflissen, wie sie die Natur selber vorschreibt",eher eine Ablehnung als eine Andeutung fester, objektiver Methodik. — Gewisse Grund-züge einer solchen mußte er aber dennoch geben. Das geschah erstlich inhaltlich durchseine tabulas oatoebötioas (1683), lateinisch von Spener geschrieben, damit niemandmeine, sie wörtlich abzulesen oder erlernen zu lassen, später von Pritius deutsch heraus-gegeben. Diese Tabellen umfassen den ganzen christlichen Lehrstoff, aber bloß in Formgenauer Dispositionen, die jeden Begriff in seine Momente zerlegen und so dem Katechetenin geordnetem Lehrgang die Punkte bezeichnen, deren jeden einzelnen er nun mündlich insLicht setzen soll. Zweitens aber giebt er doch auck für die mündliche Behandlung dienötigsten Winke in seiner Vorrede zu seinem katechetischen Hauptwerke: „Einfältige Er-klärung der christlichen Lehre nach der Ordnung des kleinen lutherischen Katechismus"1677 (neue Ausgaben von Detzer: Erlangen 1833; vom evangelischen Bücherverein inBerlin 1846), ein Werk, das aus seinen Frankfurter Katechisationen erwachsen war.Dasselbe sollte nicht etwa als Lehrbuch in die Hand der Katechumenen kommen und alsKatechismustext dienen, als solchen wollte er bloß den Katechismus selbst gebraucht wissen,sondern die Lehrer sollen diese Erklärung zu Hause lesen, und dann den ihnen hierdurchnäher gebrachten, entwickelteren Inhalt frei im Lehrgespräch ausführen. Dies aber dachteer sich in der höchst einfachen Form, daß 1) der Schüler über das Verständnis desKatechismustextes befragt, 2) die dazu dienlichen biblischen Beweisstellen beigezogen undeingeprägt, 3) die geeignete Nutzanwendung für Herz und Leben gemacht werde. DieBefragung selbst sollte in der allereinfachsten Weise geschehen, so daß die Schüler wenigmehr als Ja und Stein zu antworten hätten; Spener fürchtet, wenn man mehr fordre,so werden die Befragten eingeschüchtert (s. hierüber die Hauptstelle in seinen theologischenBedenken Teil I, Kap. II, Art. 4, Sekt. 12, S. 48). Auch soll dieselbe Frage öfterwiderholt werden, doch immer mit andern Worten. Doch muß Spener selbst war-genommen haben, daß es nicht möglich und nicht wolgethan sei, nur Affirmativ- undNegativfragen zu stellen; denn in einem Probestück über den Artikel von der Taufe, daser in den Theol- Bed. II, Kap. 7, S. 262 giebt, kommen nicht wenige Fragen vor,auf welche keineswegs mit Ja oder Nein, überhaupt nicht gerade leicht zu antworten ist;die Praxis war eben stärker als die Theorie. Diese Abweichung gleicht sich aber dadurchaus, daß er in demselben Abschnitt an einer andern Stelle rät, zuerst die Hauptstückerasch durchzunehmen, so daß man in einer Stunde ein ganzes Hauptstück erledige; man