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9 (1887) Spanien - Vives
Entstehung
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Spener.

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verbessert werden; sodann, daß auf den Akademieen die Studierenden mehr und mehr zumStudium der Bibel und zur Übung der Frömmigkeit geführt werden, statt daß sie entwederDinge treiben, die ihnen einst im heiligen Amt wenig nützen, und sich in scholastischenKleinigkeitskrämereien und Spitzfindigkeiten verlieren, oder sich durch ein gottloses Lebenfür die Bearbeitung des heiligen Geistes, welche den wahren Theologen bildet, unfähigmachen. Was in Beziehung auf andere Dinge mir nachmals Gott noch für Thürenöffnen wird, um etwas Gutes zu wirken, will ich erwarten, aufmerksam auf jeden Winkvon ihm." Was insbesondere das Bibelstudium betraf, so hatte Speyer alle Ursache zuseiner obigen Forderung, denn in Leipzig und in Wittenberg konnten Jahre verstreichen,ohne daß eine einzige exegetische Vorlesung gehalten wurde und in den theologischenPrüfungen kam eine so unglaubliche Unbekanntschaft mit der Bibel zutage, daß aufSpeners Antrag den Theologen beider Universitäten eine Weisung in jener Beziehungvom Dresdener Oberkonsistorium erteilt wurde, die aber bei den Fakultäten eine höchstempfindliche Aufnahme fand. Zu Gunsten der Katechese wirkte er es aus, daß, nachdemer in einer Landtagspredigt die dringende Notwendigkeit der Widerherstellung vonKatechismusübungen dargelegt hatte, ein Landtagsbeschluß erfolgte, der dieselbe allenGeistlichen zur Pflicht machte, wie sie schon durch ältere, aber vergessene kirchenordnungs-mäßige Befehle ihnen auferlegt war. Übrigens wollte (s. Hoßbach I, S. 196) Spenerkeinen Zwang angewendet wissen, sondern hoffte, es werde bloß einer ernstlichen Erinnerungbedürfen, um den Eifer der Geistlichen auf diesen Gegenstand zu lenken und die Gemeindendafür zu gewinnen; wenn die jüngeren Geistlichen dazu noch nicht geschickt wären, sowerden, meinte er, die älteren gerne diese Arbeit selbst übernehmen. Er gab dazueine eingehende Anweisung, namentlich darauf gehend, daß der Katechismus (d. h. einezum öffentlichen Gebrauch bestimmte Bearbeitung desselben) nicht auswendig gelerntdenn ins Gedächtnis eingeprägt zu werden, seien eigentlich nur die Kernsprüche der heiligenSchrift würdig sondern durch des Lehrers darüber gestellte Fragen und die Antwortender Schüler der Inhalt zum Verständnis gebracht und diesen für ihr eigenes Glaubenund Leben zu eigen gemacht werde. Alle die Anregungen, die von Spener ausgiengen,fanden wol eine Menge empfänglicher Gemüter, es fragten ihn Behörden, Geistliche,Lehrer, Väter aus aller Welt auch brieflich um weitern Rat in den manigfachsten Dingen(daher er auf kaiserliche Verwendung schon in Frankfurt, auf kurfürstliche in Dresden,für seine Person Postportofreiheit vom Hause Thurn und Taxis erhielt); aber der Wider-stand gegen seine Vorschläge ward dadurch ein um so stärkerer, daß die Bewegung derGeister, die durch ihn hervorgerufen war, in den sogenannten pietistischen Streitigkeiteneine größere Ausdehnung gewann, die uns jedoch hier nicht weiter angeht.

Eingedenk des Rechtes, das ihm auch dem Kurfürsten gegenüber sein Amt als dessenSeelsorger verlieh und das ihm derselbe bei seiner Berufung noch ausdrücklich zugesicherthatte, hielt er es für seine Pflicht, zu den Ärgernissen des damaligen Hoflebens nichtstill zu schweigen. Ein Polterer war er niemals, aber die Wahrheit ist, auch wenn siein aller Ruhe und Bescheidenheit ausgesprochen wird, eben weil sie Wahrheit ist, nichtangenehm. Am Bußtage 1689 machte er dem Fürsten in einer schriftlichen EingabeVorstellungen über dessen Sinn und Lebenswandel, die aus treuestem Herzen kamen.Der Eindruck war im ersten Augenblick ein erwünschter, aber schon tags darauf schiendem Fürsten solch ein Auftreten gegen ihn unerträglich. Die Hofleute schürten dasFeuer des Zornes nach Kräften. Spener erhielt eine Antwort, die in einer kleinlichenWeise die gemachten Vorhalte aus der Verleumdung und Aufhetzerei Dritter herleiteteund diese mit schwerer Ungnade bedrohte. Das konnte Spener nicht unerwidert lassen;er antwortete mit der Erklärung, daß keine Seele von seinem Schritt auch nur gewußt,geschweige ihn dazu veranlaßt habe; allein der Brief ward uneröffnet zurückgeschickt. DerKurfürst besuchte keine Spenersche Predigt mehr, kommunizierte nicht mehr bei ihm, hieltihn überhaupt ganz ferne. Doch blieb es bei diesem Nichtbeachten, bis neue lügnerischeZwischenträgereien den Kurfürsten aufs neue misstimmten. Er verlangte, Spener solle