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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Von (I e m W i 11 e n u. f. w.

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flattern, eine gewiffe Unftätigkeit der Seele entfteht,und da nun diefe in einem gewiffen Grade unange-nehm ift, fo artet fie leicht in Furcht aus.

So finden wir alfo allemal, dafs alles, was einSchwanken, eine Vermifchung der Leidenfchaftenmit einer Art von Unruhe verurfacht, jederzeitFurcht hervorbringt, oder wenigftens eine Leiden-fchaft, die ihr fo ähnlich ift,,, dafs fie kaum von ein-ander unterfchieden werden können.

Ich habe mich hier blos auf die Unterfuchungder Hoffnung und Furcht in ihrer einfachften undnatiirlichften Lage eingefchränkt, ohne alle die Va-riationen zu erwägen, die fie von der Mifchung derverfchiedenen Gefichtspunkte und Reflexionen er-halten. Schreck, Beftürzung, Erftaunen,Angft, und andre Löidenfchaften diefer Gattung,find blos verfchiedene Arten und Grade der Furcht.Man kann ficli leicht denken, wie eine verfchiede-ne Lage des Objekts oder eine verfchiedene Wen-dung der Gedanken, felbft eine Empfindung einerLeidenfchaft ändern kann; und hieraus kann manfleh alle befondere Unterabtheilungen nicht nur derFurcht, fondern auch der übrigen Leidenfchaftenerklären. Die Liebe kann fich in ,der Geftalt derZärtlichkeit, Freundfchaft, V ertrau-liclikeit, Achtung, Wohlwollen, und inverfchiedenen andern Modifikationen zeigen; wel-ches alles im Grunde diefelbigen Leidenfchaften find,und von denfelbenUrfachen entftehen, obgleich miteiniger Abänderung, wovon aber nicht nöthig ift,

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